| HOCHFEST VON DER ERSCHEINUNG DES HERRN (A): 2026-01-06 |
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HOCHFEST VON DER ERSCHEINUNG DES HERRN (A): 2026-01-06 KERNBOTSCHAFT: Das Leben gelingt viel besser, wenn wir unseren Karren an den Stern zu Betlehem binden. „Binde deinen Karren an einen Stern!“: Das ist ein Spruch von Leonardo da Vinci, dem italienischen Universalgenie, der für eine Motivation zu einer neuen Lebenseinstellung herausfordert. Der Spruch mutet aber schon ein bisschen seltsam an. Denn uns ist wohl vertraut, dass man normalerweise einen Esel, einen Ochsen oder ein Pferd an einen Karren bindet. Man braucht eine Kraft, die den Karren nach vorne bringt, ihn gelegentlich auch aus dem Dreck zieht. Es war und ist ein neues Denken, wenn man seinen Karren an einen Stern bindet. Wer so denkt und handelt, lässt sich auf etwas ein, was in den Sternen steht. Wer es versucht, seinen Karren an einen Stern zu binden, möchte sich von einem Licht leiten lassen, das von weither kommt und nicht von dieser Welt. Ein solcher Mensch vertraut auf „himmlische Kräfte“. Die Worte und der Aufbruch der Sterndeuter bringen genau dieses Anliegen zum Ausdruck: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Es geht um ein Treuegelöbnis durch Unterwerfung. Diese drei reichen Männer aus dem Osten haben etwas entdeckt und erkannt, was mit keinen irdischen Reichtümern vergleichbar ist. Sie haben Gottes Weisheit in der menschlichen Gestalt gefunden. Durch ihre Huldigung wollten sie dem neugeborenen Gotteskind durch ihre bestimmte Handlung und durch ihr Verhalten ihre Verehrung zu erkennen geben. Die Botschaft der Sternsinger und Sternsingerinnen: Liebe Kinder und Jugendlichen, die ihr euch mit besonderer Begeisterung an der Sternsinger-Aktion beteiligt! Ihr werdet anschließend den ganzen Tag unterwegs sein – auf den Straßen, in die Wohnungen und in die Häuser. Ihr werdet singen und den Weihrauch schwingen. Der Duft wird den meisten Menschen gefallen und manchen weniger. Ich wende meinen Blick jedoch auf den Stern, den ihr tragen werdet. Der ist nämlich eine gewaltige Botschaft. Denn ihr sagt den Menschen ohne viele Worte: „Schaut doch auf diesen Stern und bindet euren Karren an ihn!“ Denn wer auf diesen Stern schaut, findet immer zu Jesus, dem Bruder aller Menschen. Wer zu Jesus – dem himmlischen Stern – findet, der findet zu allen Menschen, aber ganz besonders zu den Menschen in Not, denn sie waren und sind die Lieblinge Jesu. Ich danke euch für diesen euren Einsatz! Ich danke euch für diese wunderbare Botschaft an die Menschen, zu denen ihr geht: „Bindet euren Karren an den Stern!“ |
| ZWEITER SONNTAG NACH WEIHNACHTEN (A): 2026-01-04 |
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ZWEITER SONNTAG NACH WEIHNACHTEN (A): 2026-01-04 KERNBOTSCHAFT: Dass wir nicht aufhören zu lernen, was die Antwort auf die Frage aller menschlichen Fragen ist. Unseren existenziellen Kompass gut einrichten: Von der griechischen Antike bis zu unserer Gegenwart die dominante Frage der Menschen kreiste sich um Biologie und Physik, vor allem um die allgemeine Frage der Kosmologie, um die Frage der Naturspekulationen. Die viel wesentlichere Frage nach dem Menschen selber blieb auf der Strecke bis Sokrates sie aufgegriffen und zu seiner unermüdlichen Lebensaufgabe gemacht hatte. „Die Entstehung des Menschen“ (de Chardin) bedeutet viel mehr als die bloße Frage der Naturwissenschaften. Es ist dem Menschen immer bewusster und notwendiger geworden, dass er eine gute Selbsterkenntnis hat. Das ist die Botschaft unserer Lesung aus dem Buch Jesus Sirach: Was ist wirklich der Mensch ohne Weisheit? Eine Frage, mit der wir beständig in unserer Welt der Gegenwart konfrontiert sind. „Das Denken der Weisheit war in den Hochkulturen der Antike weit verbreitet, auch in der Bibel.“ (TD, Jänner 2026) Die scharfe Formulierung im Psalm 49 vertieft noch diese so wichtige Frage nach dem Menschen: „Preist er sich im Leben nach glücklich: Man lobt dich, weil du es dir wohl sein lässt, so muss er doch zur Schar seiner Väter hinab, die das Licht nicht mehr erblicken. Der Mensch in Pracht, doch ohne Einsicht, er gleicht dem Vieh, das verstummt.“ (Ps 49,19-21) Für den Apostel Paulus können wir nur richtig Menschen sein im Hinblick auf den Geist Gottes. Wir lesen im Ersten Korintherbrief: „Der Geist ergründet nämlich alles, auch die Tiefen Gottes. Wer von den Menschen kennt den Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So erkennt auch keiner Gott – nur der Geist Gottes.“ (1 Kor 2,10-11) Wir brauchen also den Heiligen Geist Gottes bei allem, was wir erstreben und tun. Wir brauchen die Berührung mit der Transzendenz. „Es gibt neben unserer sinnlich erkennbaren Welt noch eine Wirklichkeit, die wir mit unseren Sinnen nicht erkennen können.“ (TD, Jänner 2026) Aus Gott geboren, werden wir nur aus der Beziehung zu ihm sinnvoll leben können: Der Apostel Paulus vermittelt uns ein überaus gesundes und nachhaltiges Bewusstsein für die Gestaltung unseres Lebens: Wie sind aus Gott und seiner Liebe geboren! „Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“ Seine Bitte für seine Gemeinde ist auch meine eigene Bitte für dich, für unsere Pfarrgemeinde und für mich selber: „Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.“ Darin besteht die wahre christliche Spiritualität: Dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi wachsen. „Denn: „In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.“ Wir entdecken die Wurzel christlicher Hoffnung für diese Welt: „Alles ist durch ihn geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.“ Und in der Tat: „Alles Lebendige, Mensch und Natur, auch der ganze Kosmos, sind nur deshalb entstanden, weil Gott es so wollte.“ (TD, Jänner 2026) Gerade diese Weisheit von „Oben“ kann uns eine tragende Quelle der Hoffnung sein. |
| HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA (A): 2026-01-01 |
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HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA (A): 2026-01-01 KERNBOTSCHAFT: Mit dem Heiligen Geist Gottes werden wir Großes in diesem neuen Jahr vollbringen. „Als die Zeit erfüllt war…“: „Das ist der Tag, den der Herr gemacht, lasst uns frohlocken und seiner uns freuen.“ (GL 66,1; gesungen mit der Gemeinde) Zwölf Monate liegen nun hinter uns während zwölf neue Monate vor uns liegen. Es gab sicherlich die sogenannten „Peak Experiences“, also die „Gipfelerlebnisse“ in DEINEM Leben im vergangenen Jahr. Was sind denn solche „Gipfelerfahrungen“? Sie bezeichnen „positive Bewusstseinszustände, in denen Menschen sehr offen und empfänglich für neue Erfahrungen sind“. Wir durften erleben, dass das Leben uns hold war. Wir machten die Erfahrung, dass Menschen uns gut gesonnen waren. In uns war ein Wärmestrom der Gottes Gnade. Wir machten die Erfahrung einer Lebensfülle ohne Leistung! Nun sind wir am ersten Tag des neuangebrochenen Jahres. Gleich begegnen uns folgende Worte der Hoffnung: „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.“ Die „Zeitfülle“ ist ausschließlich die Stunde Gottes und Gottes eigene Initiative. Gott aber initiiert diese „Zeitfülle“ für uns Menschen, zu unserem Heil und zu unserer Heilung. Das betonte Jesus bei seinem ersten öffentlichen Wirken: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15) Dieses große Geschenk der „Zeitfülle“ ist die Gegenwart Gottes in dieser Welt und in unserem Leben durch Jesus Christus. Lediglich was diese „Zeitfülle“ von uns verlangt, ist unsere Offenheit. Spüren und aufnehmen, was uns anzieht: Diese ersten Worte in unserem heutigen Evangelium helfen uns, jene notwendige Offenheit gegenüber der „Zeitfülle“ besser zu verstehen: „In jener Zeit eilten die Hirten nach Betlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.“ (Lk 2,16) Es heißt wohl, dass wir in diesem neuen Jahr darauf achten sollen, was uns anzieht. Was uns anzieht, ist aber das Wort des Anfangs, das Johann Wolfgang Goethe in seinem „Faust“ den Sinn nannte. Ja, Gottes Wort vermag es, in unserem Leben und für unsere Weltgestaltung Sinn anzustiften. Das ist der Auftrag an den Priester Aaron. Das ist auch weiterhin in diesem neuen Jahr meine priesterlich-seelsorgliche Sendung unter euch: Euch sagen zu dürfen, dass Gott mitten in deinem Leben gegenwärtig ist, um dir die „Zeitfülle“, nicht die zerrinnende Zeit zu schenken; die Lebensfülle. „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über die leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“ In diesem Sinne wünsche ich DIR in der vollen Länge dieses neuen Jahres die Erfahrung von der „Zeitfülle“. |
| PREDIGT ZUM JAHRESWECHSEL: 2025-12-31 |
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PREDIGT ZUM JAHRESWECHSEL: 2025-12-31 KERNBOTSCHAFT: Dankbar sein für das Wort, das uns tröstete und getragen hat. Schwellenunsicherheit mit Dankbarkeit begegnen: Am Abend des 25. Dezember, hat der Kardinal-Erzpriester Rolanda Makrickas die Heilige Pforte der größten Marienbasilika in Rom, Maria Majore, offiziell geschlossen. Am 6. Januar wird Papst Leo XIV die größte Heilige Pforte Roms im Peters Dom schließen. Das wird das Ende des Heiligen Jahres sein, das Papst Franziskus 2024 nach Brauchtum ausgerufen hat. Bei dem Schließungsakt in Maria Majore erklärte der Kardinal Rolanda Makrickas: „Wenn wir diese Heilige Pforte schließen, glauben wir, dass das Herz des Auferstandenen, eine unerschöpfliche Quelle neuen Lebens, denen, die auf ihn hoffen, stets offensteht.“ Ich sehe eine Parallele zum Ende dieses Jahres 2025: Wir schließen selber gedanklich die Tür und das große Tor zum alten Jahr. Was werden wir wohl in dieser Vergangenheit versperren? Oder ist es eher so, dass wir alles, was uns das alte Jahr gebracht hat, im Vergangen-Sein sperren? Dieses Vergangen-Sein ist jedoch keine Vergangenheit. Es hat eigene Qualität! Es ist ein geistiger Ort der existenziellen Aufbewahrung. Bleiben wir darum in dieser Nacht dankbar! Für die kleinen und großen Ereignisse, die uns widerfahren sind. Alles wird wohl seinen Sinn gehabt haben! Christliche Brücke zum Vergangen-Sein unserer Existenz: Wenn wir uns nun fragen, was die besondere Qualität des Vergangen-Seins ausmacht, so erhalten wir eine erfreuliche Grundorientierung vom Apostel Paulus. Während in unzähligen Häusern in dieser Nacht zum Jahreswechsel unterschiedliche Bleifiguren gegossen werden, leitet uns der Apostel Paulus dazu an, was hinter dem großen Tor zum alten Jahr stehen sollte. Die Haltung der Wachsamkeit gegenüber den „Antichristen“ gehört notwendig dazu. Als zweites kommt das Bewusstsein unserer Vergänglichkeit als Motor für die sinnvolle Lebensgestaltung. Als ein drittes Element kommt die ehrliche Gesinnung der Zugehörigkeit zur Gemeinde Jesu Christi. Die Freude über die eigene Salbung zum Christsein: „Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es.“ Schlussendlich, was auf alle Fälle hinter unserem großen Tor zum alten Jahr unverlierbar bleibt, ist unsere persönliche Beziehung zum „Wort des Anfangs“, zum Wort Gottes, das Mensch geworden ist und unter uns wohnt. Denn, „In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.“ Denken wir daran am Ende dieses Jahres 2025! Denken wir besonders daran, wenn wir die Schwelle zum neuen Jahr 2026 überschreiten! |
| FEST DER HEILIGEN FAMILIE (A) 2025-12-28 |
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FEST DER HEILIGEN FAMILIE (A): 2025-12-28 KERNBOTSCHAFT: Unser gemeinsames Haus als die eine Menschheitsfamilie braucht feste Säulen, die wohl im christlichen Glauben verankert sind. Die eine Frage und die Antwort des Christentums: Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es für die meisten Menschen auf dieser Welt die eine brennende Frage gibt, die unentwegt auf eine angemessene Antwort harrt: Wie kann das friedliche Zusammenleben unter den Menschen besser, ja, am besten, gelingen? Wenn die Welt wirklich unser gemeinsames Haus ist, wie Papst Franziskus großartig sagte, auf welchen Säulen steht denn dieses gemeinsame Haus? Wenn wir uns nicht selber in die Tasche lügen würden, müssten wir erkennen und eingestehen, dass unsere Welt nicht heil ist, dass sie krank ist. Von diesem Jammerwissen hätten wir aber gar nichts, würden wir uns gleichzeitig nicht sagen können, dass unsere kranke Welt dennoch heilbar ist. Unser christlicher Glaube kann dieses Bewusstsein bestärken und verfeinern. Zum Fest der Heiligen Familie möchte ich diese christliche Hoffnung teilen. Unsere Welt braucht keine Könige wie Herodes und Archelaus, die durch Kriege und Unterdrückung Familien in die Flucht aus ihren Heimaten treiben! Oh nein! Unsere Welt braucht Gerechte, die auf Gott hören und nach dem inneren Kompass handeln. „So lange noch Hass und Krieg herrschen, ist die Welt auf die Menschen angewiesen, die Gottes Gebote achten und sich mutig um die Schutzlosen kümmern.“ (TD, Dez. 2025) Aus der zweiten Lesung muss es uns ganz klar sein: „Ohne Erbarmen bleiben wir einander fremd, ohne Güte zählen nur Härte und Erfolg, ohne Milde wird jeder Fehler zur Katastrophe, ohne Geduld wächst die Angst, ohne Demut verliert die Liebe ihr Zuhause.“ (TD, Dez. 2025) Christliche Familie als Keimzellen einer Gesellschaft in Mitmenschlichkeit und Frieden: Die Sozialwissenschaft hat mehrfach Theorien aufgestellt, wie das Zusammenleben der Menschen in einer Gesellschaft zumal in der größeren Welt besser gelingen kann. Das Christentum stellt keine Theorien auf, sondern bietet den Menschen eine Pragmatik der Liebe an, die in einer gelebten Beziehung mit Gott in seinen Geboten sichtbare Wirklichkeit werden kann. Dazu braucht es unumgängliche Lernorte. Das sind die christlichen Familien. Was der Apostel Paulus in seinem Schreiben an seine Gemeinde von Kolossä hinsichtlich der Familienhausordnung gesagt hat, klingt wohl illusorisch in unseren Tagen. Oder doch nicht! „Bekleidet euch, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat!“ Es ist jedoch keine Illusion, wenn wir weiter lesen: „Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch.“ Um dieses „Wort Christi“ geht es allemal! Wo es einen zentralen Platz im Leben einer Familie hat, dort ist Frieden, Freude, Vertrauen und gegenseitige Achtung. Machen wir uns jedoch nichts vor: Christliche Familien sind keine Inseln der Seligen. Sie haben dennoch das Wort Gottes, nach dem sie sich orientieren können, wenn sie ihm genügenden Raum in ihrem Herzen geben. Möge es darum den christlichen Familien gut gelingen, nach dem Vorbild der Heiligen Familie zu leben. |
| FEST DER HEILIGEN FAMILIE (A) 2025-12-28 |
| FEST DER ERSCHEINUNG DES HERRN (B): 2024-01-06 |
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FEST DER ERSCHEINUNG DES HERRN (B): 2024-01-06 KERNBOTSCHAFT: Wenn Gottes Licht über uns leuchtend über uns geht, kann unser Leben, unsere Welt nicht mehr so dunkel sein. Freude und Kraft aus der Selbstoffenbarung Gottes: Ich wünsche mir – und dir – die wunderbare Erfahrung der Jünger Jesu nach seiner Auferstehung. Im Johannesevangelium heißt es: „Da freuten sich die Jünger, als den Herrn sahen.“ (Joh 20,20) Eigentlich sollte es heißen, dass sie außer sich waren, den Herrn gesehen zu haben. So überwältigend war diese ihre Erfahrung! Gerade in dieser Freude steckte alles, was sie nur beschäftigte: Hoffnung, Zuversicht, Neubeginn, Sicherheit, Dankbarkeit. Ich finde, dass es sich auch so verhält mit dem heutigen Fest Epiphanie. Eine solche erstaunliche Freude liegt in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes: eine unvermutete Erscheinung, eine Selbstoffenbarung einer Gottheit. Sollten wir uns auch nicht vom Herzen freuen, wenn wir solche Erfahrungen machen? Die Sterndeuter aus dem Osten, die nach Jerusalem gekommen waren, mussten eigentlich wissen, dass die Geburt Gottes in Bethlehem etwas nie Dagewesenes war. Ihr Aufbruch war der Ausdruck ihrer lange bestehenden Sehnsucht und ihrer Freude. Das persönliche Bekenntnis des Apostels Paulus bestätigt gleich die Erfahrung der Sterndeuter: „Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden.“ Die Botschaft dieser Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus besitzt eine weltverändernde Kraft. Die göttliche Globalisierung ist unvergleichlich glaubwürdiger als das, was wir heute Globalisierung nennen! Papst Franziskus nennt die weltliche Globalisierung die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“. Nicht so mit der gottgewollten Globalisierung in Jesus Christus. Paulus erklärt: „Dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium.“ (Eph 3,6) Es handelt sich um eine die ganze Welt einschließende Zusammengehörigkeit. Teilhaben am aufgeleuchteten Licht Gottes in Jesus Christus: Schwestern und Brüder! Trotz allem berechtigten Jammern über das weitverbreitete Dunkel in unserer Welt, sollten wir uns das Bewusstsein stets bewahren, dass es darum geht, dass wir selber leuchten, weil wir am Leben Jesu Christi teilhaben. Darum darf ich dir – uns allen – diese Worte des Propheten Jesaja ins Gedächtnis rufen: „Auf, werde Licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir.“ (Jes 60,1) Rechnen wir damit, dass die „Herrlichkeit des Herrn leuchtend über uns geht“! Leuchten wir selber! Leuchten wir! |
| HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA/NEUJAHR: 2024-01-01 |
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HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA/NEUJAHR: 2024-01-01 KERNBOTSCHAFT: Mut Macher vom Papst Franziskus für das ganze neue Jahr hindurch. Priester: Offen sein für den Segen Gottes und ihn wie Maria tief im Herzen bewahren: Nichts könnte größer und entscheidender sein für uns am Beginn dieses neuen Jahres, als das Bewusstsein, dass wir die von Gott und in ihm Gesegnete sind. Was das heißt, habe ich den ermutigenden Worten von Papst Franziskus gefunden, die er als „15 Regeln für ein gutes Leben“ bezeichnet hat. Hören wir nun diese „Regeln für ein gutes Leben“: Lektor: in 1: Denk nach, dort, wo Gott dich ausgesät hat, hoffe! Hoffe immer! Lektor: in 1: Jesus hat uns ein Licht gegeben, das in der Finsternis leuchtet: Verteidige es, beschütze es! Dieses eine Licht ist der größte Reichtum, der deinem Leben anvertraut ist. Lektor: in 1: Ergib dich nicht der Nacht! Denke daran, dass der erste Feind, der besiegt werden muss, nicht draußen, sondern in deinem Innern ist! Deshalb darfst du den bitteren, finsteren Gedanken keinen Raum geben. Lektor: in 2: Halte Ideale hoch! Lebe für etwas, das über den Menschen hinausgeht! Und wenn diese Ideale dir irgendwann eine gepfefferte Rechnung präsentieren, trage sie dennoch weiter in deinem Herzen! Treue gewinnt alles. Lektor: in 2: Glaube an die Existenz der höchsten und schönsten Wahrheiten! […] Die Welt ist auf dem Weg dank der Weitsicht vieler Menschen, die Breschen geschlagen, Brücken gebaut, die geträumt und geglaubt haben; auch wenn ihr Umfeld sie verspottet hat. Lektor: in 2: Denk niemals, dass der Kampf, den du hier unten kämpfst, sinnlos wäre! […] In uns pulsiert ein Same des Absoluten. Gott betrügt nicht. […] Alles entsteht, um in einem ewigen Frühling zu blühen. Lektor: in 3: Wo immer du bist, bau auf! […] Wenn die Langeweile dich lähmt, dann verscheuche sie, indem du Gutes tust! Wenn du dich leer fühlst oder demoralisiert, dann bitte den Heiligen Geist, dass er dein Nichts wieder neu auffüllt! Lektor: in 3: Stifte Frieden unter den Menschen! […] Sei geduldig, wenn ihr verschiedener Meinung seid: Eines Tages wirst du entdecken, dass jeder ein Bruchstück der Wahrheit. Lektor: in 3: Liebe die Menschen! Liebe sie jeden für sich! Respektiere den Weg eines jeden Einzelnen, so geradlinig oder gewunden er auch sein mag, weil jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat. […] Jede Liebe, die aufkeimt, ist eine Kraft der Veränderung, die zum Glück hinstrebt. Lektor: in 4: Und vor allem: träume! Hab keine Angst zu träumen! Träume! Träume von einer Welt, die noch nicht sichtbar ist, aber ganz sicher kommen wird! […] Auch die Männer und Frauen, die die Sklaverei besiegt und allen bessere Lebensbedingungen gebracht haben, waren Menschen, die Hoffnung hatten. Denk an diese Männer und diese Frauen! Lektor: in 4: Übernimm Verantwortung für diese Welt und für das Leben jedes Menschen! Mach dir bewusst, dass jede Ungerechtigkeit gegenüber einem Armen eine offene Wunde ist und deine eigene Würde mindert! Lektor: in 4: Und wenn dir irgendeine Schwierigkeit im Leben Angst macht, dann denke daran, dass du nicht nur für dich selbst lebst! Bei der Taufe ist dein Leben in das Geheimnis der Dreifaltigkeit eingetaucht worden, und du gehörst Jesus. Lektor: in 5: Hab immer den Mut zur Wahrheit! Aber vergiss nicht: Du bist niemandem überlegen! Vergiss das nicht: Du bist niemandem überlegen! Selbst wenn du der Letzte wärest, der noch an die Wahrheit glaubt: Meide die Gesellschaft der Menschen nicht! […] Tage das Leid aller Geschöpfe im Herzen! Du bist Christ und legst im Gebet alles zurück in Gottes Hand. Lektor: in 5: Wenn du dich geirrt hast, steh wieder auf! Nichts ist menschlicher, als Fehler zu machen. […] Lass dich nicht in deinen Fehlern einsperren! […] Und wenn du in Zukunft wieder Fehler machst, dann hab keine Angst, steh wieder auf! Weißt du, warum? Weil Gott dein Freund ist. Lektor: in 5: Wenn du bitter wirst, dann glaube fest an alle Menschen, die noch immer für das Gute arbeiten! In ihrer Demut liegt der Same einer neuen Welt. Suche die Gesellschaft von Menschen, die sich ein kindliches Herz bewahrt haben! Lerne vom Wunder, pflege das Staunen! Lebe, liebe, träume, glaube! Und, mit Gottes Gnade: Verzweifle niemals! |
| FEST DER HEILIGEN FAMILIE (B): 2023-12-31 |
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FEST DER HEILIGEN FAMILIE (B): 2023-12-31 KERNBOTSCHAFT: Eine Familie, deren Mitte Gott ist, hält besonders zusammen und ist ein großer Segen für die Gesellschaft. Die Auswirkung der Gegenwart Gottes in einer Familie ist Segen und Geborgenheit: „Fürchte dich nicht Abram, ich selbst bin dir ein Schild; dein Lohn wird sehr groß sein.“ Ich lade euch heute, am Fest der heiligen Familie, das Gebet sehr ernst zu nehmen. Denn für die Kirche ist eine christliche Familie gerade der Ort, an dem die Beziehung eines Menschen zu Gott erfahrbar werden soll und kann. Wieso ist es so? Hören wir unsere wunderbare Kirchenpatronin über das Wesen des Gebetes: „Für mich ist Gebet ein Aufschwung des Herzens, ein schlichter Blick zum Himmel, ein Ausruf der Dankbarkeit und Liebe inmitten der Prüfung und inmitten der Freude“ (Theresia vom Kinde Jesu). Ähnlich verstand der heilige Johannes von Damaskus 650-754), wie dies im Katechismus der katholischen Kirche rezipiert wurde: „Das Gebet ist die Erhebung der Seele zu Gott oder eine an Gott gerichtete Bitte um die rechten Güter“. Beten ist darum mit dem Bild eines Landeplatzes zu vergleichen, da Gott immer dabei ist, bei uns anzukommen. Inmitten einer Welt, in der wir im Alltag mit unsäglich vielen Sachen zugemüllt werden und sind, ist das Gebet ein äußerst nötiger Landplatz für Gott in seinem Heiligen Geist, der uns neu schafft und erneuert. Zu beten ist das Zentrum zu finden. Ich habe mal eine wunderbare Definition des Gebetes aufgeschnappt: „Zeit mit und bei Gott zu verschwenden.“ Ich ergänze mit: „Der verschwenderisch ist in seiner Liebe.“ Nimm dir, also die Zeit für das Gebet in der Familie! Es heißt beim Besuch Jesu zu Martha und Maria: „Unum necessarium“ – das Eine, das nottut, welches Maria gewählt hat. Wir brauchen die „innere Burg“, wie die heilige Theresia von Avila sagte. Dabei ist die Stille so wichtig für unser Leben, weil wir in Berührung kommen mit unserem Innersten, wo Gott auf uns wartet. Gesegnet mit Kraft und neuer Hoffnung: Schwestern und Brüder! Im Gebet segnet uns Gott und wir erfahren neue Kraft, Geborgenheit und Hoffnung. Es heißt in der ersten Lesung, wo Gott sich dem Abram zugewendet hat: „Fürchte dich nicht, Abram, ich selbst bin dir ein Schild; dein Lohn wird sehr groß sein.“ Wir erkennen in dieser Begegnung, worin unsere eigentliche Gerechtigkeit besteht: „Und er glaubte dem HERRN und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.“ Die wahre Gerechtigkeit bedeutet: Leben aus der Kraft der Beziehung zu Gott. Deshalb lädt uns der Hebräerbrief dazu ein, in der Gesinnung Abrahams zu glauben, der sich auf Gottes Verheißung eingelassen hat ohne jegliche Rücksicherungen. Schwestern und Brüder, auch wenn wir nicht aus dieser Welt „scheiden“ müssten, so könnten wir uns doch in der Gesinnung von Simeon und Hanna von diesem alten Jahr dankbaren Herzens verabschieden. Indem sie sich auf das Neue von Gott eingelassen haben, erlebten sie ihr Leben als erfüllt. Werden und bleiben wir dankbar für das Gelungene in diesem zu Ende gegangenen Jahr! Werden und bleiben wir ganz offen für Gott, der uns beständig heimsucht, um uns zu segnen. |
| FEST DES HEILIGEN STEPHANUS (B): 2023-12-26 |
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FEST DES HEILIGEN STEPHANUS (B): 2023-12-26 KERNBOTSCHAFT:Vergebung ist der tiefste Punkt christlichen Glaubens, weil sie das Leben frei und hell macht. Das Schwierigste und Unmögliche ist nur von Gott her möglich: Das Licht vom Bethlehem leuchtet in einen Bereich unseres Lebens hinein, in dem sich die meisten von uns sehr schwer tun, weil die Wunden, die dort geschlagen werden, sehr tief und nachhaltig sind. Ich erinnere uns gern an den Leitsatz, der uns ein halbes Jahr oder sogar länger begleiten sollte: „Licht-Wege“ oder „Licht auf dem Weg“. Weil es plötzlich sehr dunkel werden kann auf unseren Lebenswegen, brauchen wir Leuchter auf dem Weg. Ein solches Licht habe ich im Leben des heiligen Stephanus entdeckt. Es ist dies das Licht der Vergebung – einer bedingungslosen Vergebung im Angesicht von Lüge und wütendem Hass. Echte Vergebung ist scheinbar der schwierigste Glaubensakt, den es überhaupt gibt, da sie von uns das Unvernünftigste verlangt. Das lebt uns der heilige Stephanus vor! Dem mörderischen Wut seiner Mitmenschen ausgeliefert, findet er dennoch die spirituelle Kraft, um seine Mörder aus ihrem inneren Gefängnis zu befreien. Er kann ihnen eine qualitativ neue Freiheit schenken, weil er selber mit dem Urquell der Freiheit innig verbunden ist. Fragen wir uns doch einmal, wie es möglich geworden ist, dass ein Mensch, der dem Tod durch Steinigung ins Gesicht geschaut hat, sagen konnte: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Hier haben wir die Antwort auf diese entscheidende Frage: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“ Dann nachdem sie ihn gesteinigt haben: Betete und rief: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“ Die Rückbindung an Gott ist Licht auf unserem Lebensweg: Liebe Schwestern und Brüder! Das Geheimnis unseres Lebens und Glaubens ist groß und wunderbar zugleich! „Licht-Wege“ nicht nur die kleinen und großen Freuden, die uns das Leben mitten im Tag zuteilwerden lässt, sondern [vor allem] die von uns geschaffenen und zu schaffenden Denkmäler der Selbstüberwindung durch das große Wunder der Vergebung, durch die wir so richtig erleben dürfen und können, was die wahre Freiheit des Menschen ausmacht. Ich bin der festen Überzeugung, dass die echte Vergebung ein göttliches Geschenk ist und unmöglich wäre, ohne die Rückbindung an das große Geheimnis der Gottes Liebe, die uns in Jesus Christus offenbart worden ist. Darum wünsche ich uns allen die Offenheit für das „Licht vom Bethlehem“. Denn nur wenn Jesus, der Christus Gottes, uns tief berührt, kann unser Leben wirklich hell sein und wir im Stande wären, das Leben unserer Mitmenschen ebenfalls in Freiheit hell zu machen. |
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