| DRITTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2026-01-25 |
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DRITTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2026-01-25 KERNBOTSCHAFT: Gottes Verheißung geht in Erfüllung für die Menschen, die bereit sind, sich Gott vorbehaltlos zuzuwenden. Schritte in eine hoffnungsvolle Zukunft: Ist die Menschheit in der Ausweglosigkeit der Kriegsführung verfangen? Diese Frage geht den meisten Menschen durch den Kopf. Schon zur Zeit des Propheten Jesaja im 8. Jahrhundert vor Christus gab es verwüstende Erfahrungen eines Eroberungskrieges durch den assyrischen König Tiglatpileser. Falsche politische Bündnisse bleiben bis in unseren Tag hinein eine desaströse Angelegenheit. Die Folgen sind bis heute – in unserem 21. Jahrhundert – unvorstellbar: Zerstörungen, Verwüstungen, Hunger, Deportation bzw. Vertreibungen und Tod. Die Propheten waren die Menschen, die kein Blatt vor den Mund genommen hatten, um die verkehrten Wege anzuprangern und gleichzeitig zu neuen Lebenseinstellungen zu ermahnen. Denn wo Menschen und Nationen sich auf Gottes Gebote einlassen, dort ist ein friedliches Zusammenleben. Diese Hoffnung verkündete der Prophet Jesaja den Menschen seiner Zeit einen großen Mut gemacht. „In der Situation von Finsternis und Todesschatten ändert der Prophet die Tonlage.“ (TD, Januar 2026) Er vermittelt den Menschen ein hoffnungsvolles Bild, das bis in den Seelengrund geht: das Bild des Lichtes mitten im Todesschatten. In der Tat sagte der Prophet den Menschen, dass es nur dann echte Hoffnung für sie gäbe, würden sie zu Gott umkehren. Gelten auch diese Worte des Propheten für die Gemeinde Jesu von heute? Umkehrprinzip in der Gemeinde Jesu Christi: Für den Apostel Paulus war auch seine Gemeinde von Korinth nicht wirklich auf dem richtigen Weg. Er war felsenfest davon überzeugt, dass seine Gemeinde der Umkehr bedurfte. Dazu ermahnte er die Gemeindemitglieder mit einigen Fragen, die zur Gewissenserforschung einluden: „Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?“ Er sah deshalb seine Hauptsendung in der Verkündigung des Evangeliums zur Umkehr, „damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird“. Die Loyalitätskämpfe in seiner Gemeinde führten vom angebrochenen Himmelreich Gottes weg. Darum forderte Jesus seine Zuhörerinnen und Zuhörer zur Umkehr auf. Sie sollen sehr sensibel werden für das neue Leben aus der Kraft des Himmelreiches Gottes, das mitten unter ihnen ist. Es gehört zum Wesen dieser Sensibilität, dass die Jüngerinnen und Jünger Jesu erkennen, wo Menschen mitten unter ihnen der Heilung bedürfen. Dazu ist die persönliche Umkehr jedoch unverzichtbar! Jesus berief die Zwölf Apostel, die ihm bei der Verbreitung dieser Botschaft vom Reich Gottes helfen sollen. Sie sollen die Menschen unentwegt und unermüdlich dazu einladen, zu Gott umzukehren, damit sie das angebrochene Himmelreich Gottes unter ihnen erkennen und aufnehmen können. Ohne Umkehr ist das Christentum also nicht lebbar. Die Umkehr ist die Kraft zur Erneuerung für den einzelnen Menschen sowie auch für die gesamte Kirche. |
| ZWEITER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2026-01.18 |
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ZWEITER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2026-01-18 KERNBOTSCHAFT: Wer auf Jesus, das „Lamm Gottes“, schaut, erkennt sein Lebensziel und seine Sendung inmitten dieser Welt. Von Romantik und Herrlichkeit der Krippe in die Welt voller Entfremdung hinein: In vielen Kirchen, in denen es die Statue von Johannes dem Täufer gibt, steht er nie allein. Mit einem Finger zeigt er auf Jesus in seiner unmittelbaren Nähe. Der Täufer will uns sagen, dass es ernst ist mit diesem Jesus. Der Name, den der Engel seiner Mutter bei der Verkündigung genannt hat, ist seine von Gott gewollte Sendung in dieser dunklen Welt: „denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“. Genau das ruft uns Johannes der Täufer ins Gedächtnis: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Der Bogen wird aufgespannt zwischen den festlichen, den romantisch festlichen Glaubensgeheimnissen der Weihnachtstage zu den kommenden Festkreisen mit Passions- und Osterzeit. Weihnachten und Ostern gehören zusammen! Die große Zielsetzung des verwundbaren Kindes in der Krippe ist die Erlösung der Menschheit, und zwar von ihren Sünden. Papst Johannes Paul II hatte die Sünde als das zentrale Problem der Menschheitsfamilie gut erkannt und deshalb unermüdlich von den „Strukturen der Sünde“ gesprochen. „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Welche Botschaft gibt es für uns, die wir heute Jesus nachfolgen? In unserem Jawort zu Jesus, dem Knecht Gottes, soll die Herrlichkeit Gottes mitten in dieser Welt aufleuchten: Johannes zeigt uns vor, wie wir in einer Welt voller Spekulationen und Verwirrungen ganz konkret und alternativlos unsere christliche Zeugenschaft und unseren Auftrag erfüllen können. In Wort und Tat unmissverständlich und unzweideutig für alle Suchenden und Verzweifelten auf den einen und wahren Herrn zu verweisen: „Schaut auf Jesus Christus, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt!“ Christinnen und Christen werden es erst dann wie Johannes tun können, wenn sie wirklich Jesus Christus begegnet sind und ihn als ihren Erlöser erkannt haben. „In ihrem (in unserem!) Handeln sollte etwas von der Heiligkeit Gottes in dieser dunklen Welt aufleuchten“ (TD, Jänner 2026). Denn christliche Heiligkeit, wie Paulus sie verstanden hat, hängt mit der engen Verbindung zu Gott in Jesus Christus zusammen. Dieser Satz aus der ersten Lesung soll darum unser christliches Bewusstsein prägen und stärken: „Ich mache dich zum Licht der Nationen, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.“ Ist dies zu viel verlangt? Ich glaube nicht! Denn als Christinnen und Christen darf uns niemals gleichgültig sein, was sich in unserer Einen Welt abspielt. Dem Menschen Jesus haben wir uns in seiner ganzen Menschlichkeit für alle ganz nahe verbunden zu fühlen. Was uns in unserer eigenen Verlorenheit hoffen lässt, ist seine Göttlichkeit. Das Lamm Gottes rechnet uns unsere Sünden nicht nach, sondern nimmt sie hinweg. Das ist christliche Erlösung. |
| FEST VON DER TAUFE DES HERRN (A): 2026-01-11 |
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FEST VON DER TAUFE DES HERRN (A): 2026-01-11 KERNBOTSCHAFT: Dass wir echte Freude am Bewusstsein unserer zweifachen Identität als Christinnen und Christen. Unglaubliche reiche Erbschaft der Christinnen und Christen mitten in dieser Welt: Wenn wir keine Vogelstraußpolitik betreiben würden, müssten wir uns eingestehen, dass rundherum in unserer Welt das starke Gefühl der Ausweglosigkeit und Hoffnungslosigkeit um sich greift. Wir dürfen uns aber auch nichts vormachen, denn kein Land ist ausgenommen. Allein auf das Ausmaß kommt es an. Wenn wir auf das Handeln der Menschen schauen, dann haben wir wirklich allen Grund zu verzweifeln. Es gibt eine weitverbreitete Identitätskrise: in der Kirche, in der Gesellschaft und in uns selbst. Wir sind allerdings heute nicht versammelt in dieser Kirche zum Fest von der Taufe des Herrn, um ein Jammerfest zu begehen. Weit davon entfernt! „Man kann den Glauben an die Menschheit verlieren. Den Glauben an den in Jesus Mensch gewordenen Gott sollte man nie verlieren.“ (TD, Jänner 2026) Wenn viele Menschen sich des Eindrucks nicht erwehren können, dass es für diese Welt keine Rettung mehr gibt, so darf ich laut und deutlich behaupten, dass der Hauptgrund darin liegt, weil in den Herzen vieler Menschen kein richtiger Platz mehr ist für den Gott Jesu Christi. Gerade hier liegt aber unsere christliche Berufung – individuell und als Kirchenmenschen. Denn das heutige Fest ist ein Fest unbändiger wirksamer Hoffnung. „Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen.“ So hörten wir es in der ersten Lesung. Eine von Gott geschenkte Identität ist wirksam und heilsam! Lebenserneuerung und Weltveränderung beginnen mit der Wahrnehmung wahrer christlicher Identität: „Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Stellen wir uns das einmal vor, was diese Aussage mit uns machen würde, würden wir sie (beständig) auf uns beziehen! Die unermüdlichen und angstfreien Christinnen und Christen sind jene, die sich ihrer wahren Identität in Jesus Christus vergewissern. Es wäre doch ein wunderbarer Meditationsansatz, diese Kurzformel anzuwenden: „Ich bin ein Kind Gottes durch Jesus Christus.“ Darum schließe ich mit folgenden Worten des Apostels Paulus an seine Gemeinde von Ephesus ab: „Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.“ (Eph 1,17-19) Das wünsche ich euch zum Fest von der Taufe des Herrn! |
| HOCHFEST VON DER ERSCHEINUNG DES HERRN (A): 2026-01-06 |
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HOCHFEST VON DER ERSCHEINUNG DES HERRN (A): 2026-01-06 KERNBOTSCHAFT: Das Leben gelingt viel besser, wenn wir unseren Karren an den Stern zu Betlehem binden. „Binde deinen Karren an einen Stern!“: Das ist ein Spruch von Leonardo da Vinci, dem italienischen Universalgenie, der für eine Motivation zu einer neuen Lebenseinstellung herausfordert. Der Spruch mutet aber schon ein bisschen seltsam an. Denn uns ist wohl vertraut, dass man normalerweise einen Esel, einen Ochsen oder ein Pferd an einen Karren bindet. Man braucht eine Kraft, die den Karren nach vorne bringt, ihn gelegentlich auch aus dem Dreck zieht. Es war und ist ein neues Denken, wenn man seinen Karren an einen Stern bindet. Wer so denkt und handelt, lässt sich auf etwas ein, was in den Sternen steht. Wer es versucht, seinen Karren an einen Stern zu binden, möchte sich von einem Licht leiten lassen, das von weither kommt und nicht von dieser Welt. Ein solcher Mensch vertraut auf „himmlische Kräfte“. Die Worte und der Aufbruch der Sterndeuter bringen genau dieses Anliegen zum Ausdruck: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Es geht um ein Treuegelöbnis durch Unterwerfung. Diese drei reichen Männer aus dem Osten haben etwas entdeckt und erkannt, was mit keinen irdischen Reichtümern vergleichbar ist. Sie haben Gottes Weisheit in der menschlichen Gestalt gefunden. Durch ihre Huldigung wollten sie dem neugeborenen Gotteskind durch ihre bestimmte Handlung und durch ihr Verhalten ihre Verehrung zu erkennen geben. Die Botschaft der Sternsinger und Sternsingerinnen: Liebe Kinder und Jugendlichen, die ihr euch mit besonderer Begeisterung an der Sternsinger-Aktion beteiligt! Ihr werdet anschließend den ganzen Tag unterwegs sein – auf den Straßen, in die Wohnungen und in die Häuser. Ihr werdet singen und den Weihrauch schwingen. Der Duft wird den meisten Menschen gefallen und manchen weniger. Ich wende meinen Blick jedoch auf den Stern, den ihr tragen werdet. Der ist nämlich eine gewaltige Botschaft. Denn ihr sagt den Menschen ohne viele Worte: „Schaut doch auf diesen Stern und bindet euren Karren an ihn!“ Denn wer auf diesen Stern schaut, findet immer zu Jesus, dem Bruder aller Menschen. Wer zu Jesus – dem himmlischen Stern – findet, der findet zu allen Menschen, aber ganz besonders zu den Menschen in Not, denn sie waren und sind die Lieblinge Jesu. Ich danke euch für diesen euren Einsatz! Ich danke euch für diese wunderbare Botschaft an die Menschen, zu denen ihr geht: „Bindet euren Karren an den Stern!“ |
| ZWEITER SONNTAG NACH WEIHNACHTEN (A): 2026-01-04 |
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ZWEITER SONNTAG NACH WEIHNACHTEN (A): 2026-01-04 KERNBOTSCHAFT: Dass wir nicht aufhören zu lernen, was die Antwort auf die Frage aller menschlichen Fragen ist. Unseren existenziellen Kompass gut einrichten: Von der griechischen Antike bis zu unserer Gegenwart die dominante Frage der Menschen kreiste sich um Biologie und Physik, vor allem um die allgemeine Frage der Kosmologie, um die Frage der Naturspekulationen. Die viel wesentlichere Frage nach dem Menschen selber blieb auf der Strecke bis Sokrates sie aufgegriffen und zu seiner unermüdlichen Lebensaufgabe gemacht hatte. „Die Entstehung des Menschen“ (de Chardin) bedeutet viel mehr als die bloße Frage der Naturwissenschaften. Es ist dem Menschen immer bewusster und notwendiger geworden, dass er eine gute Selbsterkenntnis hat. Das ist die Botschaft unserer Lesung aus dem Buch Jesus Sirach: Was ist wirklich der Mensch ohne Weisheit? Eine Frage, mit der wir beständig in unserer Welt der Gegenwart konfrontiert sind. „Das Denken der Weisheit war in den Hochkulturen der Antike weit verbreitet, auch in der Bibel.“ (TD, Jänner 2026) Die scharfe Formulierung im Psalm 49 vertieft noch diese so wichtige Frage nach dem Menschen: „Preist er sich im Leben nach glücklich: Man lobt dich, weil du es dir wohl sein lässt, so muss er doch zur Schar seiner Väter hinab, die das Licht nicht mehr erblicken. Der Mensch in Pracht, doch ohne Einsicht, er gleicht dem Vieh, das verstummt.“ (Ps 49,19-21) Für den Apostel Paulus können wir nur richtig Menschen sein im Hinblick auf den Geist Gottes. Wir lesen im Ersten Korintherbrief: „Der Geist ergründet nämlich alles, auch die Tiefen Gottes. Wer von den Menschen kennt den Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So erkennt auch keiner Gott – nur der Geist Gottes.“ (1 Kor 2,10-11) Wir brauchen also den Heiligen Geist Gottes bei allem, was wir erstreben und tun. Wir brauchen die Berührung mit der Transzendenz. „Es gibt neben unserer sinnlich erkennbaren Welt noch eine Wirklichkeit, die wir mit unseren Sinnen nicht erkennen können.“ (TD, Jänner 2026) Aus Gott geboren, werden wir nur aus der Beziehung zu ihm sinnvoll leben können: Der Apostel Paulus vermittelt uns ein überaus gesundes und nachhaltiges Bewusstsein für die Gestaltung unseres Lebens: Wie sind aus Gott und seiner Liebe geboren! „Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“ Seine Bitte für seine Gemeinde ist auch meine eigene Bitte für dich, für unsere Pfarrgemeinde und für mich selber: „Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.“ Darin besteht die wahre christliche Spiritualität: Dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi wachsen. „Denn: „In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.“ Wir entdecken die Wurzel christlicher Hoffnung für diese Welt: „Alles ist durch ihn geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.“ Und in der Tat: „Alles Lebendige, Mensch und Natur, auch der ganze Kosmos, sind nur deshalb entstanden, weil Gott es so wollte.“ (TD, Jänner 2026) Gerade diese Weisheit von „Oben“ kann uns eine tragende Quelle der Hoffnung sein. |
| HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA (A): 2026-01-01 |
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HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA (A): 2026-01-01 KERNBOTSCHAFT: Mit dem Heiligen Geist Gottes werden wir Großes in diesem neuen Jahr vollbringen. „Als die Zeit erfüllt war…“: „Das ist der Tag, den der Herr gemacht, lasst uns frohlocken und seiner uns freuen.“ (GL 66,1; gesungen mit der Gemeinde) Zwölf Monate liegen nun hinter uns während zwölf neue Monate vor uns liegen. Es gab sicherlich die sogenannten „Peak Experiences“, also die „Gipfelerlebnisse“ in DEINEM Leben im vergangenen Jahr. Was sind denn solche „Gipfelerfahrungen“? Sie bezeichnen „positive Bewusstseinszustände, in denen Menschen sehr offen und empfänglich für neue Erfahrungen sind“. Wir durften erleben, dass das Leben uns hold war. Wir machten die Erfahrung, dass Menschen uns gut gesonnen waren. In uns war ein Wärmestrom der Gottes Gnade. Wir machten die Erfahrung einer Lebensfülle ohne Leistung! Nun sind wir am ersten Tag des neuangebrochenen Jahres. Gleich begegnen uns folgende Worte der Hoffnung: „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.“ Die „Zeitfülle“ ist ausschließlich die Stunde Gottes und Gottes eigene Initiative. Gott aber initiiert diese „Zeitfülle“ für uns Menschen, zu unserem Heil und zu unserer Heilung. Das betonte Jesus bei seinem ersten öffentlichen Wirken: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15) Dieses große Geschenk der „Zeitfülle“ ist die Gegenwart Gottes in dieser Welt und in unserem Leben durch Jesus Christus. Lediglich was diese „Zeitfülle“ von uns verlangt, ist unsere Offenheit. Spüren und aufnehmen, was uns anzieht: Diese ersten Worte in unserem heutigen Evangelium helfen uns, jene notwendige Offenheit gegenüber der „Zeitfülle“ besser zu verstehen: „In jener Zeit eilten die Hirten nach Betlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.“ (Lk 2,16) Es heißt wohl, dass wir in diesem neuen Jahr darauf achten sollen, was uns anzieht. Was uns anzieht, ist aber das Wort des Anfangs, das Johann Wolfgang Goethe in seinem „Faust“ den Sinn nannte. Ja, Gottes Wort vermag es, in unserem Leben und für unsere Weltgestaltung Sinn anzustiften. Das ist der Auftrag an den Priester Aaron. Das ist auch weiterhin in diesem neuen Jahr meine priesterlich-seelsorgliche Sendung unter euch: Euch sagen zu dürfen, dass Gott mitten in deinem Leben gegenwärtig ist, um dir die „Zeitfülle“, nicht die zerrinnende Zeit zu schenken; die Lebensfülle. „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über die leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“ In diesem Sinne wünsche ich DIR in der vollen Länge dieses neuen Jahres die Erfahrung von der „Zeitfülle“. |
| PREDIGT ZUM JAHRESWECHSEL: 2025-12-31 |
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PREDIGT ZUM JAHRESWECHSEL: 2025-12-31 KERNBOTSCHAFT: Dankbar sein für das Wort, das uns tröstete und getragen hat. Schwellenunsicherheit mit Dankbarkeit begegnen: Am Abend des 25. Dezember, hat der Kardinal-Erzpriester Rolanda Makrickas die Heilige Pforte der größten Marienbasilika in Rom, Maria Majore, offiziell geschlossen. Am 6. Januar wird Papst Leo XIV die größte Heilige Pforte Roms im Peters Dom schließen. Das wird das Ende des Heiligen Jahres sein, das Papst Franziskus 2024 nach Brauchtum ausgerufen hat. Bei dem Schließungsakt in Maria Majore erklärte der Kardinal Rolanda Makrickas: „Wenn wir diese Heilige Pforte schließen, glauben wir, dass das Herz des Auferstandenen, eine unerschöpfliche Quelle neuen Lebens, denen, die auf ihn hoffen, stets offensteht.“ Ich sehe eine Parallele zum Ende dieses Jahres 2025: Wir schließen selber gedanklich die Tür und das große Tor zum alten Jahr. Was werden wir wohl in dieser Vergangenheit versperren? Oder ist es eher so, dass wir alles, was uns das alte Jahr gebracht hat, im Vergangen-Sein sperren? Dieses Vergangen-Sein ist jedoch keine Vergangenheit. Es hat eigene Qualität! Es ist ein geistiger Ort der existenziellen Aufbewahrung. Bleiben wir darum in dieser Nacht dankbar! Für die kleinen und großen Ereignisse, die uns widerfahren sind. Alles wird wohl seinen Sinn gehabt haben! Christliche Brücke zum Vergangen-Sein unserer Existenz: Wenn wir uns nun fragen, was die besondere Qualität des Vergangen-Seins ausmacht, so erhalten wir eine erfreuliche Grundorientierung vom Apostel Paulus. Während in unzähligen Häusern in dieser Nacht zum Jahreswechsel unterschiedliche Bleifiguren gegossen werden, leitet uns der Apostel Paulus dazu an, was hinter dem großen Tor zum alten Jahr stehen sollte. Die Haltung der Wachsamkeit gegenüber den „Antichristen“ gehört notwendig dazu. Als zweites kommt das Bewusstsein unserer Vergänglichkeit als Motor für die sinnvolle Lebensgestaltung. Als ein drittes Element kommt die ehrliche Gesinnung der Zugehörigkeit zur Gemeinde Jesu Christi. Die Freude über die eigene Salbung zum Christsein: „Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es.“ Schlussendlich, was auf alle Fälle hinter unserem großen Tor zum alten Jahr unverlierbar bleibt, ist unsere persönliche Beziehung zum „Wort des Anfangs“, zum Wort Gottes, das Mensch geworden ist und unter uns wohnt. Denn, „In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.“ Denken wir daran am Ende dieses Jahres 2025! Denken wir besonders daran, wenn wir die Schwelle zum neuen Jahr 2026 überschreiten! |
| FEST DER HEILIGEN FAMILIE (A) 2025-12-28 |
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FEST DER HEILIGEN FAMILIE (A): 2025-12-28 KERNBOTSCHAFT: Unser gemeinsames Haus als die eine Menschheitsfamilie braucht feste Säulen, die wohl im christlichen Glauben verankert sind. Die eine Frage und die Antwort des Christentums: Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es für die meisten Menschen auf dieser Welt die eine brennende Frage gibt, die unentwegt auf eine angemessene Antwort harrt: Wie kann das friedliche Zusammenleben unter den Menschen besser, ja, am besten, gelingen? Wenn die Welt wirklich unser gemeinsames Haus ist, wie Papst Franziskus großartig sagte, auf welchen Säulen steht denn dieses gemeinsame Haus? Wenn wir uns nicht selber in die Tasche lügen würden, müssten wir erkennen und eingestehen, dass unsere Welt nicht heil ist, dass sie krank ist. Von diesem Jammerwissen hätten wir aber gar nichts, würden wir uns gleichzeitig nicht sagen können, dass unsere kranke Welt dennoch heilbar ist. Unser christlicher Glaube kann dieses Bewusstsein bestärken und verfeinern. Zum Fest der Heiligen Familie möchte ich diese christliche Hoffnung teilen. Unsere Welt braucht keine Könige wie Herodes und Archelaus, die durch Kriege und Unterdrückung Familien in die Flucht aus ihren Heimaten treiben! Oh nein! Unsere Welt braucht Gerechte, die auf Gott hören und nach dem inneren Kompass handeln. „So lange noch Hass und Krieg herrschen, ist die Welt auf die Menschen angewiesen, die Gottes Gebote achten und sich mutig um die Schutzlosen kümmern.“ (TD, Dez. 2025) Aus der zweiten Lesung muss es uns ganz klar sein: „Ohne Erbarmen bleiben wir einander fremd, ohne Güte zählen nur Härte und Erfolg, ohne Milde wird jeder Fehler zur Katastrophe, ohne Geduld wächst die Angst, ohne Demut verliert die Liebe ihr Zuhause.“ (TD, Dez. 2025) Christliche Familie als Keimzellen einer Gesellschaft in Mitmenschlichkeit und Frieden: Die Sozialwissenschaft hat mehrfach Theorien aufgestellt, wie das Zusammenleben der Menschen in einer Gesellschaft zumal in der größeren Welt besser gelingen kann. Das Christentum stellt keine Theorien auf, sondern bietet den Menschen eine Pragmatik der Liebe an, die in einer gelebten Beziehung mit Gott in seinen Geboten sichtbare Wirklichkeit werden kann. Dazu braucht es unumgängliche Lernorte. Das sind die christlichen Familien. Was der Apostel Paulus in seinem Schreiben an seine Gemeinde von Kolossä hinsichtlich der Familienhausordnung gesagt hat, klingt wohl illusorisch in unseren Tagen. Oder doch nicht! „Bekleidet euch, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat!“ Es ist jedoch keine Illusion, wenn wir weiter lesen: „Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch.“ Um dieses „Wort Christi“ geht es allemal! Wo es einen zentralen Platz im Leben einer Familie hat, dort ist Frieden, Freude, Vertrauen und gegenseitige Achtung. Machen wir uns jedoch nichts vor: Christliche Familien sind keine Inseln der Seligen. Sie haben dennoch das Wort Gottes, nach dem sie sich orientieren können, wenn sie ihm genügenden Raum in ihrem Herzen geben. Möge es darum den christlichen Familien gut gelingen, nach dem Vorbild der Heiligen Familie zu leben. |
| FEST DER HEILIGEN FAMILIE (A) 2025-12-28 |
| FEST DER ERSCHEINUNG DES HERRN (B): 2024-01-06 |
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FEST DER ERSCHEINUNG DES HERRN (B): 2024-01-06 KERNBOTSCHAFT: Wenn Gottes Licht über uns leuchtend über uns geht, kann unser Leben, unsere Welt nicht mehr so dunkel sein. Freude und Kraft aus der Selbstoffenbarung Gottes: Ich wünsche mir – und dir – die wunderbare Erfahrung der Jünger Jesu nach seiner Auferstehung. Im Johannesevangelium heißt es: „Da freuten sich die Jünger, als den Herrn sahen.“ (Joh 20,20) Eigentlich sollte es heißen, dass sie außer sich waren, den Herrn gesehen zu haben. So überwältigend war diese ihre Erfahrung! Gerade in dieser Freude steckte alles, was sie nur beschäftigte: Hoffnung, Zuversicht, Neubeginn, Sicherheit, Dankbarkeit. Ich finde, dass es sich auch so verhält mit dem heutigen Fest Epiphanie. Eine solche erstaunliche Freude liegt in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes: eine unvermutete Erscheinung, eine Selbstoffenbarung einer Gottheit. Sollten wir uns auch nicht vom Herzen freuen, wenn wir solche Erfahrungen machen? Die Sterndeuter aus dem Osten, die nach Jerusalem gekommen waren, mussten eigentlich wissen, dass die Geburt Gottes in Bethlehem etwas nie Dagewesenes war. Ihr Aufbruch war der Ausdruck ihrer lange bestehenden Sehnsucht und ihrer Freude. Das persönliche Bekenntnis des Apostels Paulus bestätigt gleich die Erfahrung der Sterndeuter: „Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden.“ Die Botschaft dieser Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus besitzt eine weltverändernde Kraft. Die göttliche Globalisierung ist unvergleichlich glaubwürdiger als das, was wir heute Globalisierung nennen! Papst Franziskus nennt die weltliche Globalisierung die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“. Nicht so mit der gottgewollten Globalisierung in Jesus Christus. Paulus erklärt: „Dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium.“ (Eph 3,6) Es handelt sich um eine die ganze Welt einschließende Zusammengehörigkeit. Teilhaben am aufgeleuchteten Licht Gottes in Jesus Christus: Schwestern und Brüder! Trotz allem berechtigten Jammern über das weitverbreitete Dunkel in unserer Welt, sollten wir uns das Bewusstsein stets bewahren, dass es darum geht, dass wir selber leuchten, weil wir am Leben Jesu Christi teilhaben. Darum darf ich dir – uns allen – diese Worte des Propheten Jesaja ins Gedächtnis rufen: „Auf, werde Licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir.“ (Jes 60,1) Rechnen wir damit, dass die „Herrlichkeit des Herrn leuchtend über uns geht“! Leuchten wir selber! Leuchten wir! |
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