| SECHZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 19.07.2020 |
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SECHZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2020-07-19 KERNBOTSCHAFT: Die Weisheit Gottes ist das ordnende Prinzip des Lebens und soll unsere Grundorientierung im Handeln sein. Unsere tägliche Urteilsbildung braucht bedarf der Einbettung in der Weisheit Gottes: Alle drei Schriftlesungen am heutigen Sonntag erzählen uns grundsätzlich von der Gerechtigkeit Gottes. Immer wenn wir in der Bibel von der Gerechtigkeit Gottes hören, dürfen wir nicht bei der Rechtskategorie nach unserem gesellschaftlichen Rechtsverständnis bleiben. Gottes Gerechtigkeit ist gleich seiner Barmherzigkeit. Gott ist nach Ex 34,6 und Ps 86,15 gnädig und barmherzig. Beide – Gnade und Barmherzigkeit – bilden die Frohbotschaft aller drei Schrifttexte, zumal mit Bezug zu den Gleichnissen Jesu im Evangelium. Gott lässt sein Volk nicht im Stich, selbst wenn es den Lebensbund mit ihm gebrochen hat. Was wir bei jedem Begräbnis in der Eröffnung hören, gilt nicht nur im Angesicht des Todes, sondern ist Grundpfeiler christlichen Glaubens: „Der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes“ (2 Kor 1,3). „Lasst beides wachsen bis zur Ernte!“ Wir hören und lernen, dass wir Gott in seinem Heilswillen nicht vorgreifen dürfen. Uns wird ein Bild eines Gottes geschenkt, dem Affektionen und Interaktionen nicht fremd sind; eines Gottes, der von Enttäuschungen getroffen ist und wird und dennoch den Menschen Treue hält; er lässt dabei seine Geschichte mit den Menschen offen. Gerade diese Offenheit ist der Raum der Gnade, der Raum seiner Barmherzigkeit. Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch, sagt Jesus. Das Himmelreich ist in dir. Die Hölle aber auch! Wie geht denn das zusammen? Ist es nicht widersprüchlich, dies zu sagen? Keineswegs! Und zwar in zweierlei Hinsicht: Zuerst, weil Jesus es uns selbst sagt. Wenn das Reich Gottes schon unter uns ist, dann muss es auch etwas mit unserer ganzen Existenz zu tun haben. Betrachten wir einmal eine Ursehnsucht, die wir alle tief in unserem Seelengrund tragen: die Liebe. Mit dieser Sehnsucht nach Liebe tragen alle Menschen einen Diamanten in ihrem Herzen. Das ist das Grundlegendere in unserem Leben. Es gibt jedoch leider auch das Unschöne, die Hölle in unserem Leben. Ich verstehe diesen Teil von uns als das Unfallprodukt im Laufe unseres Lebens. Wir wissen es zur Genüge, dass es Menschen gibt, deren Leben zur Hölle geworden ist. Eben geworden! Diese Hölle ist nicht ursprünglicher als die Liebe. Ihre Mitmenschen (Eltern, Erziehungspersonen, politische, wirtschaftliche und kirchliche Institutionen) haben ihnen das Leben zur Hölle gemacht! Es gibt dennoch auch die Frage der Selbstverschuldung durch die falsche Entscheidung, durch die falsche Wahl. Davor bewahre uns Gott der Barmherzigkeit! |
| 18. MONATSWALLFAHRT FATIMA: 13.07.2020 |
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18. MONATSWALLFAHRT IN FATIMA. 2020-07-13 LEITTHEMA: MARIA, URBILD CHRISTLICHER FREUDE Die vielen Bilder über Maria in der Bilder können uns eine gute Quelle sein zur Gestaltung unseres Lebens: In gewisser Hinsicht können wir sagen, dass Maria der Ursprung des Lebens ist. Gemeint und zu verstehen, ist das Leben, welches Gott uns in Jesus Christus zugesprochen hat. Es helfen uns alle Spekulationen darüber überhaupt nicht, ob Gott nicht doch eine andere Möglichkeit gehabt hätte, in dieser Welt Mensch zu werden, außer durch eine junge Frau. Unser christlicher Glaube bekennt sich zu Maria als dem Weg, den Gott in seinem Heilsplan gewählt hat für seine Menschwerdung. Durch ihre Zustimmung zum Willen Gottes bringt Maria Jesus und damit Freude. Maria ist der Kanal der Gnade [des Wohlwollens] und der Gottesfreude für die Menschheit. Mit ihrem Jawort machte sie es möglich, dass wir uns so richtig an Gott freuen können. Durch Maria lernen wir, dass echte Freude besonders dort entstehen kann, wo wir die innige Verbindung mit Gott haben. Die Freude, die nur aus uns kommt, ist kurzfristig. Immer wieder singen wir aus dem Gotteslob die Kehrverse Nr. 980: „Die Freude an Gott, Halleluja, ist unsere Kraft. Halleluja.“ Diese Erkenntnis möchte sich tief in unser Herz prägen: Echte Freude am Leben ist Freude am HERRN! Können wir es wirklich so sagen? Ja, wir können es! Denn es ist Gottes Ur-Freude, dass es uns Menschen gibt. Christliche Berufung ist eine Berufung zur Anstiftung zur Freude: Ich wage es, uns allen diese Frage zu stellen: Macht uns [macht DIR] der christliche Glaube Freude? Ich weiß schon, dass es nicht immer danach ist, zu lachen und dass der christliche Glaube primär ein Feststehen in Gott und seiner Verheißung bedeutet (Hebr 11,1), dennoch ist die Freude die Grundstimmung eines Christenmenschen, wie der Apostel Paulus uns auf- und zuruft: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe“ (Phil 4,4-5). Das Buch der Sprichwörter begründet die Freude, die uns Menschen erfüllen soll: „Ich spielte auf seinem Erdenrund, und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein“ (Spr. 8,31). Es entspricht allerdings dieser göttlichen Ur-Freude keineswegs, wenn der Mensch die Lebensfreude für sich allein behält! Auch Maria hat weder die Freude noch die Liebe Gottes für sich behalten, sondern sie mit der Menschheitsfamilie geteilt. So konnte sie im Magnifikat sagen: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“ Wir lernen darum von Maria, dass Gottes Geheimnis unter den Menschen sichtbar wird durch die Liebe der Menschen unter- und zueinander. Es gehört nicht zum Wesen der Liebe, dass sie bei sich selbst bleibt! Sie muss sich überließen und besitzt dadurch die enorme Kraft, Mauern durchzudringen. Wie Jesus in seiner Person, das heißt in seiner Liebe zu allen Menschen guten Willens, die ihn ans Kreuz führte, die Feindschaft zerstört hat, indem alle trennenden Mauern niederriss, so können und werden auch wir immer wieder die Mauern der Trennungen mit unserer Liebe niederreißen. Vielleicht am Ende dieses gemeinsamen Gedankenweges diese eine provokative Frage: Wie viele Menschen freuen sich so richtig, dass es DICH / MICH gibt? Wir können ja in die Freudenschule Marias immer wieder gehen. |
| FÜNFZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 12.07.2020 |
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FÜNFZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2020-07-12 KERNBOTSCHAFT: Gottes Wort will uns als Individuen erreichen, um so die Welt zu wandeln. Wie gerecht ist Gott? : Es gibt einige Grundannahmen, die unhinterfragt unsere Glaubensinhalte bestimmen; sie gehören zu unseren Selbstverständlichkeiten im Glauben. Eine solcher Selbstverständlichkeiten haben wir heute im Evangelium: „Denn wir hat, dem wird gegeben und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.“ Etwas Unbehagliches steckt in diesem Satz. Bitte welches Gottesbild wird uns hier verkündet? Dieser Satz löst[e] immer wieder das Gefühl der Verstörung in mir aus. Vielleicht empfindest du es auch ähnlich. Ich für meinen Teil betrachte diesen Satz als eine Zumutung. Eine Gemeinheit in einer ungerechten Welt des Ungleichgewichts, in der sich viele Menschen in den Kirchen und in der Zivilgesellschaft Ausgleichs- und Verteilungsgerechtigkeit fleißig einsetzen. Der Gott der Gerechtigkeit, an den wir glauben und den wir bekennen, leuchtet nicht auf in diesem Satz! Gibt es denn eine frohmachende und befreiende Botschaft in den Worten Jesu? Ja, denn die unvorstellbare Ungerechtigkeit in dieser Welt erlaubt mir nicht, an einen ungerechten Gott zu glauben! Worin liegt denn diese Frohbotschaft? Unermüdlich und unerschütterlich an die Utopie Gottes glauben: Was wir aus dem Buch des Propheten Jesaja gehört haben, betrachte ich als Gottes Utopie. Diese Utopie Gottes ist die Utopie der Hoffnung und der Zuversicht. Vorher in dieser Bibelstelle war die Belehrung über die absolute Souveränität Gottes: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege nicht meine Wege. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken“ (Jes 55,8-9). Vielleicht ist es nicht schlecht, dass wir nicht allzu schnell Gottes „Enthusiasten“ werden. Ich finde es gut, dass wir keine „Gottesprognosen“ erstellen [können]. Die einzige „Prognose“, die uns zusteht, ist lediglich das Gottvertrauen, das Sich-Einlassen auf Gotteswort und Gotteszeit. Ein Sprichwort sagt es uns im gebührenden Reichtum des Trostes und der heilsamen Gelassenheit: „God’s time ist he best“ – „Gottes Zeit ist die schönste Zeit“. Gottes Utopie ist sein Heilswillen, sein Wohlwollen für uns Menschen. Das sagt uns die erste Lesung Lesung: „Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keinem und Sprossen zu bringen, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt. Er kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.“ In den Worten des Gleichnisses vom Sämann heißt es, dass Gott seine ureigene Möglichkeit hat, um einige Menschen zu erreichen. Die Utopie Gottes in diesem Gleichnis besteht darin, dass Gott es jederzeit vermag, etwas zum Reifen und Blühen zu bringen. Paulus schreibt, dass der harte Boden, das aufnahmebereite Herz des Menschen noch im „Geburtswehen“ liegt. Es wartet die ganze Schöpfung auf das Offenbarwerden der Söhne und Töchter Gottes, auf unsere Bereitschaft, das Wort Gottes aufzunehmen. Wir bringen alsdann reiche Frucht. Was wir bereits am Wort Gottes bekommen haben, wird dann zu einem „Überfluss“ werden – für alle, auch für alle jene, die noch nicht soweit sind, dieses Wort aufzunehmen. |
| VIERZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 05.07.2020 |
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VIERZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2020-07-05 KERNBOTSCHAFT: Jesus ist sowohl die christliche Lebensschule als auch der Lehrmeister des Lebens. Auf ihn zu hören, heißt darauf zu achten, was uns im Alltag überfordert. Das Leben ist eine beständige Berufung zu Selbstbeschränkung und Selbstüberschreitung: Im Gedicht „STUFEN“ von Hermann Hesse, das längst zu meiner Lebensphilosophie geworden ist, heißt es in den letzten zwei Zeilen: „Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden … Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“ Wie wahr in der Tat! „Des Lebens Ruf an uns“ wird nicht nur niemals enden, sondern ist sehr vielfältig und unterschiedlich gewichtig. Die Verantwortung, die wir im Leben und fürs Leben tragen, kann uns schon sehr fordern und uns bis an die Grenze der Belastbarkeit treiben. Darum ist die Ferien- bzw. die Urlaubszeit „des Lebens Ruf an uns“, uns zu begrenzen und gleichzeitig Grenzen zu überschreiten. Wir erkennen in der Selbstbegrenzung, dass es die Grenze der Leistung und der Belastbarkeit gibt und entdecken dabei einen Raum des nicht-leistbaren Lebens; wir spüren und kommen darauf, dass das wahre Leben einen Geschenkcharakter hat. Im Geiste dieses wunderbaren Gedichtes von Hesse müssen wir beständig das Abschiednehmen üben: Abschied von Dingen und Menschen, Abschied von festgefahrenen Gedanken und von uns selbst. Wir müssen immer wieder Abschied von uns selbst nehmen, um uns selbst wiederfinden zu können. Wer das Leben gewinnen will, hört oft auf Jesus: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.“ Einmal habe ich mich versprochen und Jesu Wort verfremdet: „Kommt alle zu mir, die ihr geladen seid.“ Im Nachhinein dachte ich mir, dass es ein genialer Streich war. Denn „Beladen-Sein“ und „Geladen-Sein“ sind oft nicht weit voneinander getrennt! Zuerst sagt uns Jesus, wie es bei Gott aussieht, worin Gottes Weisheit besteht: Das Unerwartete und oft Missachtete ist Gottes privilegierter Weg in dieser Welt. Jesus hat dabei nie ausgespart mit seiner scharfen Kritik an der Blindheit der Frommen und Unbeweglichkeit der sogenannten Weisen und Klugen. Wieder sind wir mit der „jesuanischen Zumutung“ konfrontiert, die zu seiner Heilspädagogik gehört. Die ganze Heilsgeschichte ist voll von solchen Beispielen. Alsdann nimmt Jesus für sich in Anspruch, diese offenbarte Weisheit Gottes zu sein. Glücklich sind darum die Menschen, die seine Nähe suchen. Darin besteht der Sinn seiner Einladung: „Kommt alle zu mir!“. Vergessen wir aber nicht: „Die Last, von der Jesus spricht, meint nicht nur die Belastung des Berufslebens, sondern auch die Belastungen durch religiös begründete Ansprüche und Forderungen und auch die Belastungen aufgrund der Rollen, die wir ausfüllen, die wir meinen, spielen zu müssen, oder in denen wir zu funktionieren haben und die uns nicht selten überfordern.“ Nur in der Lebensschule Jesu, nur in seiner Nähe, nur wenn wir auf ihn hören und uns auf ihn einlassen, klären sich manche Rollenspiele in unserem Leben. Nur in seiner Nähe und indem wir seine Einladung bewusst annehmen, erhalten wir unsere Alltagstauglichkeit. „Des Lebens Ruf an uns hört niemals auf.“ Jesu Einladung an uns hört auch in den Ferien und in der Urlaubszeit nicht auf. |
| DREIZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 28.06.2020 |
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DREIZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2020-06-28 KERNBOTSCHAFT: Der Glaube an den Gott der Bibel vollzieht sich täglich mitten im Alltag. Achtsam sollen wir darum die Alltagsereignisse wahrnehmen. Jeden Tag geschehen Wunder, die uns Gott nahe führen: Unsere erste Lesung heute erinnert mich sehr stark an ein tiefsinniges Zitat von Viktor Frankl, dem weltberühmten Wiener Psychiater und Neurologen: „Der Zufall ist der Ort, an dem das Wunder nistet – oder besser gesagt: nisten kann, denn immer kann etwas nur – niemals muss es mehr als bloßer Zufall sein.“ Es gibt das Wunder der Begegnung, die tief berührt und fesselt; es gibt das Wunder der Liebe auf den ersten Blick; es gibt das Wunder der selbstlosen Zuwendung und es gibt das Wunder des Staunens, wenn uns manche Naturphänomene überwältigen. All diese Formen des Wunders sagen uns, dass Gott unberechenbar ist und dennoch mitten im Alltag wirkmächtig ist. Was von uns verlangt wird, ist die Offenheit dafür. Hören wir noch einmal, was dem Propheten Elíscha widerfahren ist, dessen Leben in der Ausübung seiner Berufung in Gefahr geraten ist: „In Schunem lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam.“ Diese Gastfreundschaft ist aber noch nicht alles! Diese Frau riskiert etwas: die Eifersucht ihres Mannes! Sie gibt einem wildfremden Mann ein Heimatrecht in ihrem Haus! „Sie aber sagte zu ihrem Mann: Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist. Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach herrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen.“ Ich möchte hier vom Grundanliegen dieses Textes nicht ablenken, aber vielleicht sollten wir gut aufpassen, welches Frauenbild wir uns in außereuropäischen Ländern pauschaliert machen. Eindeutig war es die Frau, die hier die Hose anhatte. Mir geht es jedoch um die vielen Gesichter des gelebten Glaubens mitten im Alltag. Lebensgewinnung in Jesus Christus: In allem, was wir tun und anstreben, geht es allemal darum, dass wir das Leben gewinnen; dass wir Lebenserfüllung haben. Die Frage ist nur: Wie gewinnen wir aber das Leben? Ich erinnere an einen Mann, der Jesus die Frage stellte: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ (Mk 10,17). Ich sehe die Antwort Jesu im Sinnzusammenhang mit seinen Worten im heutigen Evangelium: „Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“ (Mk 10,21b). „Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“ (Mt 10,39). Es ist darum nicht ohne Bedeutung, dass wir uns immer wieder fragen: Was fehlt mir denn noch in der Nachfolge Jesu? Und genauso wichtig: Was hindert mich daran, Jesus wirklich nachzufolgen? Paulus sagt uns in der zweiten Lesung, dass wir auf Christus Jesus getauft worden sind auf seinen Tod, und so sollen auch wir mit ihm als neue Menschen leben; als Menschen der Auferstehung. Das hat sich im Alltag zu bewähren. Die vornehme Frau in der ersten Lesung ist ein Beispiel, wie die Nachfolge Jesu im Alltag aussehen kann und wir das Leben gewinnen. |
| ZWÖLFTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 21.06.2020 |
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ZWÖLFTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2020-06-21 FAMILIENGOTTESDIENST: VOM SORGEN UND VOM UMSORGT-SEIN Thematische Auswahl des Evangeliums (Mt 6,24-34) KERNBOTSCHAFT: Unsere Sorgen verschwinden nicht unbedingt, aber mit Gottvertrauen geht es viel leichter. Es ist nicht leicht, sich nicht zu sorgen: „Sorgt euch nicht um euer Leben!“ Das sagt uns Jesus. Bei diesen Worten Jesu erinnerte ich mich an meine ehemalige Volksschülerin, Laura. Ich habe mich gefragt, was sie zu Jesus sagen würde, würde Jesus vor ihr stehen und ihr sagen: „Die Menschen sollen sich keine Sorgen machen“. Entweder würde sie zu Jesus sagen: „Jetzt übertreibst du aber!“ Oder sie würde zu ihm sagen: „Lieber Jesus träume nur weiter!“ Ich frage euch selbst: Findet ihr, dass Jesus mit seinen Worten über Sorgen übertreibt? Dass er träumt? (Kurzes Gespräch mit Kindern). Ich muss sagen, leicht ist es überhaupt nicht, Jesus gleich zu glauben, wenn sich jemand Sorgen macht. Vielen Menschen fällt das Leben nicht leicht. Viele Menschen haben nicht genug zu essen, nichts Gescheites als Gewand, kein sauberes Trinkwasser mit der großen Gefahr der Erkrankung und des Todes; viele Kinder und Jugendliche können keine gute Schuldbildung genießen, weil ihre Eltern arm sind. Und da sagt Jesus im Ernst: „Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?“ Das klingt wirklich nach einer Beleidigung für die Menschen, die bei jeder Krankheit große Gefahr laufen zu sterben, weil sie keine Krankenversicherung haben, weil sie einen großen Hunger leiden. Es klingt viel zu leicht für alle Kinder, die zu Hause keinen echten Frieden haben, weil ihre Eltern zerstritten sind. Ja, VIELE MENSCHEN HABEN WIRKLICH ECHTE SORGEN! Mit Gottvertrauen und Dankbarkeit geht es viel leichter im Leben: Es gibt Sorgenschleifen, Sorgen, die uns wie in Ketten halten. Sie sind Energie- und Kreativitätsfresser. Sorgenschleifen können uns innerlich blockieren. Sie sind Killer der Freiheit. Sich zu viel zu sorgen, macht uns blind für viele andere Möglichkeiten im Leben. Jesus sagt uns, dass wir umsorgt sind in seiner Liebe, für die wir nur offen zu sein brauchen. Im offiziellen Evangelium für den heutigen Sonntag heißt es auch: „Fürchtet euch nicht! Denn bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.“ Wir sind wertvoll in den Augen Gottes. Er hat SEINE Möglichkeiten für uns. Unser Vertrauen auf Gott macht uns das Leben viel leichter. Vielleicht sollten wir die Beziehung zu Gott durch Jesus Christus intensiver pflegen. Die Messfeier ist die beste Möglichkeit dafür. |
| ELFTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 14.06.2020 |
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ELFTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2020-06-14 KERNBOTSCHAFT: Wer an Gott wirklich glaubt, liefert sich seiner Unbegreiflichkeit aus. Der Glauben an Gott ist eine beständige Herausforderung: Es steckt so viel Erbauliches in unseren drei Schriftlesungen. Wir gehen im Leben nicht leer aus. Es scheint mir jedoch eine >>gefährliche Hoffnung<< zu sein. Warum ist es eine >>gefährliche Hoffnung<<? Die Sicherheit, die uns zugesagt wird, birgt die große Gefahr einer Selbstzufriedenheit und folglich einer schleichenden Gleichgültigkeit. Das Gottesbild, das uns heute präsentiert wird, ist überschwänglich und übersteigt unser Erfassungsvermögen. Beachten wir, wie der Apostel Paulus mit welchen Wortformulierungen den zuvorkommenden Heilswillen Gottes seiner Gemeinde von Rom verkündet: „Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tode seines Sohnes, als wir noch Gottes Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben. Mehr noch, ebenso rühmen wir uns Gottes durch Jesus Christus, unseren Herrn, durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.“ Verblüffend ist diese Zuversicht! An Gott irrewerden oder an ihm über das Gewohnte hinauswachsen: Schwestern und Brüder! Viele Menschen werden aufgrund mancher negativen Ereignisse in ihrem Leben an Gott irre. Das ist die eine Seite des Glaubens an Gott, dessen ursprünglichster Name die Barmherzigkeit ist. Die positive Seite des Glaubens an den barmherzigen Gott ist jedoch nicht unbedingt angenehm für unser gewöhnliches Denken und Handeln. Meistens sagen und meinen wir, dass wir Gott lieben, wenn ein biblischer Gedanke gerade in unser Lebenskonzept hineinpasst. Es gibt aber weitreichende Konsequenzen dafür, dass Gott barmherzig ist; das kann uns schon ordentlich verunsichern und uns dazu führen, dass wir uns sehr verhalten diesem Gott nähern. Wie schockierend doch die Worte des Apostels für unser Denken und Handeln im Alltag sind: „Gott verschont die Ungerechten, die Übeltäter, Mörder, die kleinen Schwindler und Lügner und die großen Betrüger. Gott verschont zwar auch die Liebenden, die Ehrfürchtigen, die Rücksichtsvollen und Aufmerksamen, die Geduldigen und Mutigen, die Gerechten und Hoffnungsvollen. Aber dass Gott sich trotzdem entschieden hat, für alle das Liebste und Schönste zu opfern, bleibt sein unverständliches Geheimnis“ (TD, Juni 2020). Jesus hat selber im heutigen Evangelium keine andere Botschaft für uns. Wir müssen uns einmal das große Mitgefühl vor Augen führen, das in seinen Worten steckt: „Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Sein Auftrag: Wie wichtig ist es doch, sich selbst zu engagieren, damit die Sache Gottes –seine Barmherzigkeit für alle (!) – die Herzen der Menschen erreicht. Die zentrale Botschaft, die Weltsendung seiner Jünger*innen ist eindeutig: „Das Himmelreich ist nahe!“ Wo das Himmelreich aber ist, dort bewegt sich etwas: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ Ob nun im Raum der Kirche oder in der Zivilgesellschaft, wer sich genau umschaut, sieht viel an Müdigkeit und Erschöpfung. Das Wort Gottes in der ersten Lesung gilt uns allen, und zwar geradezu in einer Welt der spürbaren Müdigkeit und Erschöpfung: „Ihr werdet unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein“. Andersherum: Ihr sollt das Zeichen meines Segens unter allen Völkern sein. Gott meint DICH, und er meint mich! |
| FRONLEICHNAM (A): 2020-06-11 |
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FRONLEICHNAM – HOCHFEST DES LEIBES UND BLUTES CHRISTI: 2020-06-11 KERNBOTSCHAFT: Gott ist in seinem menschgewordenen ewigen Wort was uns nährt und erhält in dieser Welt. Gott mitten im Alltag begegnen und lieben: Zwei unterschiedliche Erfahrungen veranschaulichen uns, was wir heute tun, was wir besonders heute feiern. Leider kreisen immer noch unsere Gedanken um die Angst einflößende COVID-10 Pandemie. Zugleich ist die allzu lange Zeit, in die sie uns gezwungen hat nicht ohne tiefsinnige existenzielle Erfahrung: Der Mensch ist nicht dazu geschaffen, um allein zu sein. Gerade diese Binsenwahrheit ist den Menschen bewusster geworden. Die Lebensqualität verringert sich, wenn direkte Kontakte, Begegnungen fehlen. Für kranke Menschen wurde vielerorts festgestellt, dass sich ihr Gesundheitszustand wesentlich verschlechtert hat. Die andere Wahrnehmung meinerseits war die Demonstration in Wien gegen den Strukturellen Rassismus im Zusammenhang mit der Ermordung von George Floyd in Mineapolis in den USA. Ich finde es unglaublich schön, dass 50 tausend Menschen in Wien bei der Demonstration waren. Sie brachten zum Ausdruck, dass alle Menschen dieser Welt in der Humanität eins sind. Sie standen ein für das Leben. Sie gingen gemeinsam auf die Straße für die weltweite Mitmenschlichkeit! Ist das nicht die eigentliche Wahrheit des Fronleichnamsfestes, das wir alljährlich begehen? Vereint im Menschsein Jesu Christi: Liebe Kinder, liebe Jugend, liebe Gottesdienstgemeinde! Wir haben einen wunderschönen Glauben, dessen Bedeutung für unser Zusammenleben unerschöpflich ist. So kurz sind die Zeilen unserer zweiten Lesung, und doch so tiefsinnig! „Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? E i n Brot ist es. Darum sind wir viele e i n Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.“ Ich werde sehr persönlich: Öffne DEIN Herz für dieses wunderbare und erhabene Geheimnis! Umarme Jesus tief in DEINEM Herzen im Sakrament des Altares, und zwar immer wieder und immer öfters! Ein Leib, darum sind wir, obwohl viele, Eins. Das eucharistische Brot, dass wir empfangen, macht anschaulich, was wir in der Tat für Wesen sind: wir spüren, dass wir zu einem größeren Wir gehören. Nur auf der Grundlage dieses Verständnisses lohnt es sich überhaupt, sich für die Gerechtigkeit, für Menschenrechte einzusetzen. Stehen wir – individuell und gemeinsam – überall dort auf für das Leben! |
| DREIFALTIGKEITSSONNTAG (A): 2020-06.07 |
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DREIFALTIGKEITSSONNTAG (A): 2020-06-07 KERNBOTSCHAFT:Wir sollen uns selbst stets an Gottes unendliche Liebe erinnern. Erzählungen erschließen uns einen Lebenssinn: Es gehört zum Wesen der Erzählungen, dass sie nicht moralisieren, sondern uns wachsen zu helfen. So auch diese kurze Erzählung von Martin Buber aus der jüdischen Tradition von Rabbi Naftali in Ropschitz: „Die Reichen dieser Stadt beauftragten Wächter damit, nachts ihre abseits gelegenen Häuser zu schützen. Als Rabbi Naftali eines Abends am Waldrand spazieren ging, begegnete er einem der Wächter. >Für wen gehst du? <, fragte er ihn. Der gab Bescheid, fügte aber die Gegenfrage daran: >Und für wen geht Ihr, Rabbi? < Das Wort traf den Zaddik wie ein Pfeil. >Noch gehe ich für niemand<, brachte er mühsam hervor, dann schritt er lange schweigend neben dem Mann auf und nieder. >Willst du mein Diener werden? <, fragte er endlich. >Das will ich gern<, antwortete jener, >aber was habe ich zu tun? < >Mich zu erinnern<, sagte Rabbi Naftali.“ Ich bin als Priester ein Werkzeug der Erinnerung an Gottes Zuwendung: Als Getaufte und Eucharistische Gemeinde sind wir eine Erinnerungsgemeinschaft. Darin begründet auch meine Berufung zum katholischen Priestertum. Ich erinnere dich, damit du dich erinnern kannst. So verstehe ich meine seelsorgliche Tätigkeit, so verstehe ich meine Verkündigung der Frohen Botschaft von unserer Erlösung. Davon handeln unsere drei Schriftlesungen an diesem Dreifaltigkeitssonntag. Was in der ersten Lesung nach Tautologie klingt, verkündet uns eine großartige Botschaft, eine Botschaft des Vertrauens: „Der HERR ist der HERR, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue.“ Es heißt, dass wir über Gott nicht verfügen können, aber dass es uns gut tut, für das, was von Gott ausgeht offen zu sein: Barmherzigkeit, Gnade (Wohlwollen, Zuwendung), Langmut und Reichtum von Huld und Treue. Mit dem Apostel Paulus in der zweiten Lesung möchte ich uns daran erinnern, wie uns dieser Ausfluss des Lebens aus Gott zuteilwird. Das ist die Ordnung der Offenheit, die mit beständiger Umkehr verbunden ist. „Kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden!“ Wir sollen die inneren Blockaden abbauen, damit uns das Wort Gottes in seiner ganzen Fülle ergreifen kann. Dazu sind diese drei Säulen notwendig: Gnade, Liebe und Gemeinschaft. Schließlich erinnere ich uns an die tiefsinnigen Worte Jesu, die uns sagen, wie viel Wert wir Gott sind und wer wir in der Tat sind: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ Diese zwei Wörtchen sagen es überdeutlich: So Sehr. Es ist unglaublich, welche Lebenskraft, welche Zuversicht in ihnen steckt! Daran erinnere ich als Priester-Seelsorger. |
| PFINGSTMONTAG (A): 2020-06.01 |
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PFINGSTMONTAG (A): 2020-06-01 KERNBOTSCHAFT: Wahrheit ist eminent eine Angelegenheit der Beziehung und wir erkennen sie immer mehr und tiefer, je intensiver wir die Beziehung zu Jesus Christus leben. Christliche Sendung ist eine Sendung zum Zeugnis für die Wahrheit: Es war der emeritierte Papst Benedikt XVI, der von der „Diktatur des Relativismus“ gesprochen hat. Jede und jeder habe ihre und seine Wahrheit und sollte nach eigener Fasson glücklich werden. Was ich weiß und was uns allen im eigenen Leben voll bewusst ist, ist dass wir lebenslang nach der Wahrheit suchen. Sie gefunden zu haben, bedeutet immer, sie nie im Besitz zu haben und darum sie immer zu vertiefen. Das ist die Kernbotschaft, die ich in allen drei Schriftlesungen am heutigen Pfingstmontag entdeckt habe. Die Wahrheit ist immer größer als wir augenblicklich wissen können. Zu dieser Erkenntnis ist der Apostel Petrus gekommen bei der Verkündigung der frohen Botschaft: „Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist“ (1. Lesung). Petrus musste einen Erkenntnisweg zurückgelegt haben, bis er zu dieser überraschenden Einsicht gelangt war. Er war bald nicht mehr allein in dieser erfreulichen Überraschung: „Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde.“ Das Ergebnis beider Überraschungen ist aus meiner Sicht ein besonders großartiger Orientierungspunkt in unserem christlichen Auftrag, allen Menschen die Frohe Botschaft zu verkünden. Selbst Jesus wusste, dass die Wahrheitsfindung für seine Jünger nicht leicht sein wird. Darum machte er ihnen die Verheißung des Geistes: „Noch vieles habe ich euch hu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten.“ Aus dieser Verheißung können wir zweierlei lernen: erstens, dass die Wahrheitsfindung einer Beziehungsqualität hat, und, zweitens, dass uns diese Wahrheitsfindung viel besser gelingt, wenn wir in der Beziehung zu Jesus und dem Heiligen Geist bleiben. So ergibt sich daraus ein wunderbares Verständnis der Kirche: Eine Gemeinschaft von Menschen, die in Jesus Christus auf der Wahrheitssuche sind. Das Kirchenprofil beim Apostel Paulus: Paulus hat sein Kirchenverständnis auf dem Fundament der Beziehung zu Jesus Christus wie auch zu den Mitmenschen gebaut. Er listet jene Eigenschaften auf, die der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus entspringen: Demut, Friedfertigkeit, Geduld, das Einander-Ertragen in Liebe, die stetige Bemühung um die Einheit des Geistes. Vor allem sollte die Kirche ein sichtbares Prinzip der Einheit unter den Menschen sein: „Ein Leib und ein Geist, die Berufung zur Hoffnung; eine Hoffnung, die deutlich macht, dass es e i n e n Herrn, e i n e n Glauben, e i n e Taufe, e i n e n Gott und Vater aller gibt. Dieser Gott „ist über allem, durch alles und in allem“. Es ist vor allem die Hoffnung, die einmal mehr deutlich macht, dass die Kirche nicht um ihrer selbst willen irgendwelche „Pastoralstrategien“ entwickeln soll. Sie hat die immerwährende Sendung erhalten, ein sichtbares Prinzip und ein Ort der gelebten Einheit zu sein. |
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