VIERZEHNTER IM JAHRESKREIS (B): 08.07.2018

VIERZEHNTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (B): 2018-07-08

KERNBOTSCHAFT: Dass wir mitten im Alltag Gott als die Quelle unserer Lebenskraft erkennen.

„Meine Gnade genügt dir“: Das ist Wohlwollen, Zuspruch für das Leben, Gottes unbedingte Zusage seiner Gegenwart. Gottes Wohlwollen wird uns zuteil nicht dort, wo wir die Starken und die Selbstzufriedenen spielen, sondern nur dort, wo wir uns unserer Erlösungsbedürftigkeit bewusst werden. „Sie (meine Gnade, Anm.) erweist ihre Kraft in der Schwachheit“. Wo wir mit unserer Schwachheit konfrontiert sind, dort wartet Gott mit seinem Wohlwollen auf uns. Ja, dort kommt er uns mit seiner aufrichtenden Liebe entgegen, wie Jesus dies im Gleichnis vom verlorenen Sohn geschildert hat. Der Apostel Paulus legt uns darum die Logik der Heilung und des Heils vor: „Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt“ (V 9b). Es geht also in unserem Glauben darum, dass die „Kraft Christi auf uns herabkommt“. Seine Kraft wird allerdings nur dann auf uns kommen können, wenn wir in unserem Leben Raum für Jesus schaffen. Für uns unfassbar sind folgende Worte des Apostels: „Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ Das alles geht wohl über unser Erfassungsvermögen hinaus! Da bewegen wir uns im Raum der Mystik, des Eins-Seins mit Jesus Christus, als dem Sohn Gottes, von dem uns Lebenskraft zufließt.

Im Alltäglichen das große Wunder Gottes sehen: Schwestern und Brüder, wer von uns kann wirklich mit dem Apostel Paulus diesen Satz aus tiefster Überzeugung aussprechen: „denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“? Ich meine, nur der Mensch, der keinen Zweifel darauf kommen lässt, wer Jesus ist und was er wirken kann, wie die Menschen in seiner Heimatstadt. Nur der Mensch, der die Fähigkeit besitzt, zu staunen über Gottes eigene Möglichkeiten mitten im Leben. Nur derjenige Mensch, der dem Allmachtswahn nicht verfallen ist. Vielleicht gibt es mehr Unglauben als Glauben in uns, weil wir uns allzu sehr mit unseren begrenzten Handlungsmöglichkeiten beschäftigen. Wer sich nämlich allzu sehr mit sich selbst beschäftigt, wird im Alltag in unterschiedlichsten Situationen die Gelegenheit verpassen, „die Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn“ zu erkennen. Es vollzieht sich immer in uns eine innere Anbetung, wenn wir diese „Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn“ im Alltag erkennen. Dann wird für uns gelten, was dem Propheten Ezechiel gesagt worden ist: „Stell dich auf deine Füße!“ Das ist aber ein Zuspruch der Ermächtigung. Und wie sehr brauchen wir solche aufrichtenden Worte im Alltag! Gott ist die tragende Kraft, die uns hilft, dass wir uns „auf unsere Füße“ stellen. Mögest DU immer wieder diese Erfahrung machen.

(red)


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