SECHSTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (C): 2019-02-17

SECHSTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (C): 2019-02-17

KERNBOTSCHAFT: Der Gott des Bundes, der Gott der Auferstehung, ist der untrügliche Halt in unserem Leben. Mit ihm kann unser Leben gut gelingen. In ihm können wir Großes in dieser Welt vollbringen.

Die Lebensverhältnisse unter den Menschen sind Gott nicht gleichgültig: Der biblische Text aus dem Buch des Propheten Jeremia und die Version der Seligpreisungen nach Lukas nehmen die Wirklichkeit der Beziehungen unter den Menschen in den Blick. Erbaulich und hoffnungsvoll sind sie auf alle Fälle nicht. Ob nun beim Gott des Propheten Jeremia oder bei Jesus im Evangelium, das Ergebnis der Wahrnehmung ist gleich: Bestürzung. „Verflucht der Mensch, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt und dessen Herz sich abwendet vom HERRN. Er ist wie ein Strauch in der Steppe, der nie Regen kommen sieht; er wohnt auf heißem Wüstenboden, im Salzland, das unbewohnbar ist.“ Das ist überhaupt kein ermutigendes Menschenbild! Was steckt hinter diesem negativen Menschenbild? Der englische Philosoph Thomas Hobbes, hatte auch kein besonders schönes Menschenbild: homo homini lupus – der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Sind wir Menschen denn wirklich so schlecht? Sind die Beziehungen unter uns voller Misstrauen und Enttäuschungen? Lohnt es sich, auf Menschen zu bauen? Kennen und machen wir selber keine Erfahrungen von guten Beziehungen? Worum geht es also bei diesem sehr negativen Menschenbild? Vielleicht hilft uns diese Frage weiter nachzudenken: Ist es vernünftig, etwas Bleibendes in einer vergänglichen Welt zu erwarten? Jeder und jede von uns wird wohl für sich selbst festhalten: Dass es eine Wohltat ist, wenn wir jemand haben, auf den Verlass ist; der zu uns steht in allen Lebenssituationen.

Worauf es ankommt: In allen drei Schrifttexten geht es um die ausschlaggebende Frage unseres Lebens: Woran hängt dein Herz? Wo ist der Anker deiner Seele? Ich frage mit dem Apostel Paulus im Zusammenhang mit dem großen Anliegen unserer zweiten Lesung: Genügt dem Menschen, genügt dir, die innerweltliche Hoffnung? Es handelt sich also um die Ermutigung zum Glauben, zum Gottvertrauen, weil wir in ihm leben und uns bewegen. Das ist das schöne Bild des Baumes an Wasserbächen. „Gesegnet [ist] der Mensch, der auf den HERRN vertraut und dessen Hoffnung der HERR ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und zum Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, er hört nicht auf, Frucht zu tragen.“ Gott ist der Schutz des Menschen, der auf ihn baut, vor existenziellen Verletzungen ihrer Mitmenschen. An welchen Wasserbächen stehen denn wir? Worauf setzen wir unsere Hoffnung?

Die Auferstehung ist die Zusicherung Gottes, dass unser Leben gelingen kann: Der Apostel Paulus bringt die Grundwahrheit des christlichen Glaubens auf den Punkt: die Auferstehung Jesu Christi. Diese ermöglicht allen Menschen das Leben. Diese verpflichtet die Menschen, alle Christmenschen zu den Inhalten der Seligpreisung. Der Glaube an die Auferstehung befreit uns von der falschen Lebenseinstellung und macht uns sensibler für die Not unserer Mitmenschen. Die Seligpreisungen sind in unseren Tagen sehr aktuell.

(red)


Druckansicht



Zurück