DREIUNDZWANZIGSTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (C)_08.09.2019

DREIUNDZWANZIGSTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (C): 2019-09-08

BERGMESSE DER PFARRE

KERNBOTSCHAFT: Nur wer sich den Jesus der Evangelien nicht zurechtzimmert, wird den Ernst seiner Botschaft verstehen und im Glauben wachsen können.

Von der angstmachenden Verkündigung zur Verharmlosung der erlösenden Botschaft Jesu: Bei manchen Worten Jesu in den Evangelien stockt es in meinem Denkfluss. Ich frage mich immer dann, ob wir jemals den Jesus der Evangelien verstehen werden können. Wir, die wir nicht selten zu den Menschen gehören, die sich ihr eigenes Gottesbild nach Gutdünken zusammengezimmert haben. Wenn jedoch das Evangelium, die Frohbotschaft, uns gut erreichen soll, müssen wir uns schon in aller Vorbehaltlosigkeit auf Jesus der Evangelien einlassen. Die Frohbotschaft ist ja frohmachen, weil sie in die Tiefe geht! Immer will uns Jesus in der Tiefe erreichen, berühren. Das ist auch im heutigen Evangelium die Absicht Jesu. Seine Worte klingen jedoch überhaupt nicht zahm! Nein, da ist keine Spur von der Zahmheit!

„Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ und Entschlossene: Liebe Schwestern und Brüder der Pfarre Starchant! Was mich immer wieder überwältigt auf einem Berg (oder sind wir heute auf einem Berglein? J), könnte auch die Erfahrung einiger von euch sein: die Erfahrung von einer unmittelbar unbeschreiblichen Freiheit! Ich finde, dass es Jesus geradezu um diese Freiheit des Glaubens, die Freiheit der Nachfolge, geht. Es geht Jesus stets um die Freiheit für Gott. Freiheit hängt jedoch stets mit der persönlichen Entscheidung aufs Engste zusammen, mit der Selbstverantwortung. Jesus verkündet uns die radikale Freiheit. Radikal, weil sie an die Wurzel geht. Wir müssen wurzelhafte bzw. wurzelfeste Christinnen und Christen sein, ja, werden! Die Worte Jesu entbehren nichts an Klarheit: „Wenn du merkst, es nicht zu schaffen, mir nachzufolgen, den Besitz zu lassen, wenn deine Mittel und Fähigkeiten zu gering sind, dann lass es lieber mit der Nachfolge“ (TE DEUM, Sept. 2019). Es ist dem Jesus der Evangelien ungemein wichtig, dass wir uns mit der Frage der konsequenten Nachfolge auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung wird kaum gut gelingen, wird keine guten Früchte tragen, es sei denn, dass wir für die Weisheit von Oben offen sind. Das hörten wir aus der Lesung aus dem Buch der Weisheit: „Unsicher sind die Überlegungen der Sterblichen und einfältig unsere Gedanken; denn ein vergänglicher Leib beschwert die Seele und das irdische Zelt belastet den um vieles besorgten Verstand.“ Darum bedeuten Glauben und Nachfolge Jesu, dass wir ganz offen sind für die Weisheit Gottes, in der wir erst richtig frei werden. Freisein aber wozu? Um die großen Taten des HERRN zu verkünden! Möge dieses Anliegen unsere aller Verantwortung sein!

(red)


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