LITURGIE AM GRÜNDONNERSTAG (A): 2026-04-02

LITURGIE AM GRÜNDONNERSTAG (A): 2026-04-02

KERNBOTSCHAFT: Das Unerhörte ist das größte Geheimnis unseres Glaubens.

Auf die leibhaft-leidenschaftliche Liebeshingabe kommt es im Leben an: Wir sind besonders heute – wie jedes Jahr – an diesem Gründonnerstag dazu eingeladen, über das Geheimnis der Eucharistie nachzudenken, in dieses erhabene Geheimnis der göttlichen Liebe einzutauchen. Diese Botschaft können wir aber nur mit dem Herzen verstehen, denn es bleibt unserem Verstand und unserem Zugriff entzogen. Wir können uns nur von ihm ergreifen lassen. Bedenken wir den heilsgeschichtlichen Hintergrund der Gründung dieses erhabenen Sakramentes: „Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen.“ Was wird nun das Bleibende von ihm in dieser Welt für die Menschen, die er um sich gesammelt hat? Er weiht sie in seine unvergängliche Liebe ein: „Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung.“ Lassen wir uns doch von dieser tiefsten Tiefe dieser Aussage berühren! „Die Seinen, die in der Welt waren, liebte er bis zur Vollendung“. Das übersteigt unendlich unsere Vorstellungskraft! Allem, was mit unserem In-der-Welt-Sein zusammenhängt, trotzt diesem einzigartigen Liebesakt Jesu. In Seiner Liebe vollzieht sich unsere Vollendung, obwohl wir noch in dieser gebrechlichen Welt sind. In Seiner Liebe wird unsere Vollendung vorweggenommen.

Dass wir werden, was wir im Sakrament der Eucharistie empfangen: Hören wir diese Worte des heiligen Augustinus bei der Feier des Fronleichnams: „Seid das, was ihr seht, und empfangt, was ihr seid, der Lieb Christi!“ Der Gründonnerstag bringt anschaulich zum Ausdruck, was die Liebe Gottes mit uns macht. Wo die Wandlung geschieht, wird die Liebe Christi zur Arznei für unsere Seele und es umarmen sich Himmel und Erde. Das ist die eucharistische Spiritualität. Es passiert aber auch etwas Wesentliches, das wir nicht aus dem Blick verlieren dürfen: Wir selber werden in die Wirklichkeit Gottes hineinverwandelt, auf dass wir zum Heilmittel für andere wie für die Welt werden. Das tiefsinnige Lied aus dem Gotteslob (Nr. 210) bringt es so schön zum Ausdruck: „So gab der Herr sein Leben, verschenkte sich wie Brot. Wer dieses Brot genommen, verkündet seinen Tod. Wer dies Geheimnis feiert, soll selber sein wie Brot; so lässt er sich verzehren von aller Menschennot.“ So ist die Eucharistie die Quelle der Nächstenliebe schlechthin, denn in ihr handelt es sich um die bedingungslose Lebenshingabe Jesu Christi. Werden wir also eucharistische Menschen! Werden wir wie Jesus in seiner Selbsthingabe!

(NFM)


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