ERSTER FASTENSONNTAG (C): 22.02.2026

ERSTER FASTENSONNTAG (A): 2026-02-22

KERNBOTSCHAFT: Bei allen möglichen Versuchungen auf Gott vertrauen.

Menschsein im Zeichen der Versuchbarkeit: Mir ist beim Lesen aller drei Bibeltexte zum ersten Fastensonntag dieser Buchtitel von Paulo Coelho eingefallen: „Der Sieger bleibt allein.“ Gleich am Anfang schrieb er folgendes: „Seit ein paar Jahrzehnten sind in der Kultur, in der wir leben, Berühmtheit, Geld und Macht noch wichtiger als je zuvor. Viele von uns hat das glauben lassen, dies seien die einzigen wirklich wichtigen Werte, und wir haben dabei die anonymen Manipulatoren hinter den Kulissen übersehen.“ Viel später gehen seine Gedanken der Richtung der Inhalte unserer Schriftlesungen: „Die Menschen sind nie zufrieden. Haben sie wenig, wollen sie viel. Haben sie viel, wollen sie noch mehr. Haben sie das schließlich auch bekommen, wollen sie mit wenig glücklich sein, aber aufgeben wollen sie dafür auch nichts.“ Ein wesentlicher Aspekt unserer allgemeinen Versuchbarkeiten wird hier aufgegriffen. Im Buch Genesis hat diese Ur-Versuchbarkeit des Menschen einen besonderen Namen: Sein wollen wie Gott. Diese Haltung ist allerdings der Anfang einer großen Entfremdung. Sie betrifft unsere Beziehung zu Gott und es geht auch um unsere Beziehung zu unseren Mitmenschen. Sein wollen wie Gott hat unterschiedliche Dimensionen in unserem Verhältnis zu anderen Menschen. Die Fastenzeit ist genau dazu da, dass wir unsere Existenz vor Gott und vor unseren Mitmenschen überprüfen.

Unsere Grundorientierung in der Fastenzeit: Der großen Gefahr vom Streben nach Berühmtheit, Geld, Macht und Sein-Wollen-Wie-Gott können wir in dieser Fastenzeit mit der Grundhaltung Jesu begegnen, wie der Apostel Paulus sie beschrieben hat. In seinem Brief an die Gemeinde von Philippi heißt es: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ (Phil 2,6-8) Diese Selbstentäußerung hat aber auch einen anderen Namen: Gottverbundenheit. Die kann uns doch sehr gut tun gerade in dieser Fastenzeit. Ein wunderbarer Gedanken aus der zweiten Lesung würde uns noch mehr mit Gott und mit den Menschen, die es wollen, sehr verbinden: Daran zu denken, dass das Gute, das wir tun eine geistige Kraft in unserer Gesellschaft, ja, in unserer Welt hat. Es gibt die Faszination des Bösen, aber auch die Faszination des Guten. Lassen wir uns also in dieser Fastenzeit vom Guten, Schönen und Wahren anziehen!

(NFM)


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