ASCHERMITTWOCH: 18.02.2026

ASCHERMITTWOCH (A): 2026-02-18

KERNBOTSCHAFT: Freisein auf Gott hin, dazu dienen die 40 Tage der Fastenzeit.

Lernen von der urbiblische Tradition des Fastens: 40 Tage habe eine hervorgehobene Symbolkraft in der Bibel. 40 Jahre dauerte die Wüstenwanderung des Volkes Israel. Was für eine Tortur und welche unbändige Hoffnung auf ein neues Leben! 40 Tage hatten sich Mose und Elija auf die Begegnung mit Jahwe vorbereitet, auf dem Berg Sinai bzw. auf dem Weg zum Horeb. Die Fastenzeit, die heute beginnt, ist auf die intensive Pflege der Beziehung zu Gott hin geordnet. Wir hören aus einem Kommentar zur „Regula Benedicti“ (Benedictus Regel): „Für Mose bedeuten diese vierzig Tage auf dem Sinai die unmittelbare Erfahrung der Gegenwart Jahwes, die ihn so durchdringt, dass sein Gesicht vom Glanz Gottes widerstrahlt.“ Über die Fastenzeit heißt es direkt aus der Regel: „Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in der Fastenzeit. Dazu aber haben nur wenige die Kraft. Deshalb raten wir, dass wir wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit n großer Lauterkeit auf unser Leben achten und alle gemeinsam in diesen heiligen Tagen die früheren Nachlässigkeiten tilgen. Das geschieht dann in rechter Weise, wenn wir uns vor allen Fehlern hüten und uns um das Gebet unter Tränen, um die Lesung, die Reue des Herzens und um Verzicht mühen.“ (RB 49,1-4)

Die Botschaft dieser Fastenzeit im Buch Joel aus der Sicht des heiligen Benedikt: „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen! Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum HERRN, eurem Gott!“ Ähnlich sagt es auch der Apostel Paulus: „Wir sind also Gesandte an Christi statt und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (2 Kor 5,20) Der heilige Benedikt fasst das alles im Zusammenhang mit den Erläuterungen Jesu im Evangelium mit folgenden Worten zusammen: „Gehen wir also in diesen Tagen über die gewohnte Pflicht unseres Dienstes hinaus durch besonderes Gebet und durch Verzicht beim Essen und Trinken. So möge jeder über das ihm zugewiesene Maß hinaus aus eigenem Willen in der Freude des Heiligen Geiste Gott etwas darbringen; er entziehe seinem Leib etwas an Speise, Trank und Schlag und verzichte auf Geschwätz und Albernheiten. Mit geistlicher Sehnsucht und Freude erwarte er das heilige Osterfest.“ (RB 49, 5-7) Was mit dieser „geistlichen Sehnsucht“ genau gemeint ist, erklärt uns Papst Leo in seiner Botschaft zur Fastenzeit 2026: „Die Fastenzeit ist die Zeit, in der die Kirche uns in mütterlicher Fürsorge einlädt, das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen, damit unser Glaube neuen Schwung erhält und unser Herz sich nicht in den Sorgen und Ablenkungen des Alltags verliert. Jeder Weg der Umkehr beginnt, wen wir uns vom Wort Gottes erreichen lassen und es mit fügsamem Geist annehmen. […] In diesem Jahr möchte ich zunächst darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dem Wort durch das Zuhören Raum zu geben, denn die Bereitschaft zuzuhören ist das erste Anzeichen für den Wunsch, mit dem anderen in Beziehung zu treten.“ Ich finde, dass Papst Leo Recht hat: Fasten wir mit unseren Ohren, indem wir einander interessiert zuhören und auf Gott hinhören!

(NFM)


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