FÜNFTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2026-02-08

FÜNFTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2026-02-08

KERNBOTSCHAFT: Die Würde der Christenmenschen und die Verantwortung für diese Welt.

„Bitte vor den Vorhang!“: Diese Redewendung hört ich zum ersten Mal als ich vor mehr als 20 Jahren eine zweitägige Tagung für das „Pro Mente“ Burgenland leitete. Der Präsident sprach mit diesem kurzen Satz zu mir am Ende des Seminars. Ich verwende heute in Bezug auf unsere drei Schriftlesungen das Grundanliegen der Tagung auf unsere katholische Kirche: „Sich neu positionieren“. Nun, was hat dieses wichtige Thema mit unserer Kirche zu tun? Zuerst will ich das oft vergessene Thema in unseren Blick rücken: die Dankbarkeit. Mitten in den schrumpfenden Zahlen der praktizierenden katholischen Christinnen und Christen in Österreich geht es nach meinem Dafürhalten um die ausschlaggebende Frage, wie sich denn neu positionieren in der immer mehr gleichgültig werdenden Gesellschaft. Ich hätte eine zweifache Strategie: auf der einen Seite ginge es um die Haltung der Dankbarkeit für die ungezählten Einsätze unserer Kirche für ebenfalls ungezählte Menschen in dieser Gesellschaft. Diese Haltung der Dankbarkeit von den Kirchenmitgliedern hängt aufs Engste mit der zweiten Strategie zusammen. Diese Strategie haben wir von Jesus höchstpersönlich erhalten. Es heißt im Matthäusevangelium: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5,14-16) Also: Liebe katholische Kirche und liebes österreichisches Christentum „Bitte vor den Vorhang!“ Verstecke dich nicht (mehr), denn du bist schöner als du denkst! Du bist Salz im Hauptmenü dieser oft geschmacklosen Welt. Du bist das Licht mitten im Dunkel der destruktiven Strukturen der Sünde unserer Welt.

Christlicher Glaube ist eine Berufung: Schwestern und Brüder! Ich lade euch herzlich dazu ein, dass wir alle das Bewusstsein eines gesunden Stolzes entwickeln und leben. Ich glaube deshalb, dass wir als die Jüngerinnen und Jünger Jesu Christi und als Menschen, denen der Glaube an den Gott Jesu Christi sehr viel bedeutet, dass wir uns folgender Bringschulden gegenüber unserer Gesellschaft viel bewusster werden, als sonst: 1) „Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des HERRN folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der HERR dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.“ 2) Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, den Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.“ 3) Euer Glaube soll sich nicht auf Menschenweisheit stützen, sondern auf die Kraft Gottes.“ 4) Noch einmal aus dem Evangelium: „Ihr seid das Salz der Erde.“ 5) „Ihr seid das Licht der Welt.“ Durch uns und in unseren Taten sollen die Menschen also eine neue Beziehung zu Gott aufbauen können. In unserem Leben soll sichtbar werden, dass Gott eine lebendige Wirklichkeit in dieser Welt ist.

(NFM)


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