ZWEITER SONNTAG IM JAHRESKREIS (A): 2026-01.18

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KERNBOTSCHAFT: Wer auf Jesus, das „Lamm Gottes“, schaut, erkennt sein Lebensziel und seine Sendung inmitten dieser Welt.

Von Romantik und Herrlichkeit der Krippe in die Welt voller Entfremdung hinein: In vielen Kirchen, in denen es die Statue von Johannes dem Täufer gibt, steht er nie allein. Mit einem Finger zeigt er auf Jesus in seiner unmittelbaren Nähe. Der Täufer will uns sagen, dass es ernst ist mit diesem Jesus. Der Name, den der Engel seiner Mutter bei der Verkündigung genannt hat, ist seine von Gott gewollte Sendung in dieser dunklen Welt: „denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“. Genau das ruft uns Johannes der Täufer ins Gedächtnis: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Der Bogen wird aufgespannt zwischen den festlichen, den romantisch festlichen Glaubensgeheimnissen der Weihnachtstage zu den kommenden Festkreisen mit Passions- und Osterzeit. Weihnachten und Ostern gehören zusammen! Die große Zielsetzung des verwundbaren Kindes in der Krippe ist die Erlösung der Menschheit, und zwar von ihren Sünden. Papst Johannes Paul II hatte die Sünde als das zentrale Problem der Menschheitsfamilie gut erkannt und deshalb unermüdlich von den „Strukturen der Sünde“ gesprochen. „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Welche Botschaft gibt es für uns, die wir heute Jesus nachfolgen?

In unserem Jawort zu Jesus, dem Knecht Gottes, soll die Herrlichkeit Gottes mitten in dieser Welt aufleuchten: Johannes zeigt uns vor, wie wir in einer Welt voller Spekulationen und Verwirrungen ganz konkret und alternativlos unsere christliche Zeugenschaft und unseren Auftrag erfüllen können. In Wort und Tat unmissverständlich und unzweideutig für alle Suchenden und Verzweifelten auf den einen und wahren Herrn zu verweisen: „Schaut auf Jesus Christus, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt!“ Christinnen und Christen werden es erst dann wie Johannes tun können, wenn sie wirklich Jesus Christus begegnet sind und ihn als ihren Erlöser erkannt haben. „In ihrem (in unserem!) Handeln sollte etwas von der Heiligkeit Gottes in dieser dunklen Welt aufleuchten“ (TD, Jänner 2026). Denn christliche Heiligkeit, wie Paulus sie verstanden hat, hängt mit der engen Verbindung zu Gott in Jesus Christus zusammen. Dieser Satz aus der ersten Lesung soll darum unser christliches Bewusstsein prägen und stärken: „Ich mache dich zum Licht der Nationen, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.“ Ist dies zu viel verlangt? Ich glaube nicht! Denn als Christinnen und Christen darf uns niemals gleichgültig sein, was sich in unserer Einen Welt abspielt. Dem Menschen Jesus haben wir uns in seiner ganzen Menschlichkeit für alle ganz nahe verbunden zu fühlen. Was uns in unserer eigenen Verlorenheit hoffen lässt, ist seine Göttlichkeit. Das Lamm Gottes rechnet uns unsere Sünden nicht nach, sondern nimmt sie hinweg. Das ist christliche Erlösung.

(NFM)


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