ACHTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (C): 03.03.2019

ACHTER SONNTAG IM JAHRESKREIS (C): 2019-03-03

KERNBOTSCHAFT: Jesus zeigt uns den Weg zum wahren Glück, indem er das Gute und Schöne in allen Menschen sieht und fördert.

Eine geistige Erneuerung tut unserer gegenwärtigen Gesellschaft Not: Meine Wahrnehmung sagt mir, dass unsere gegenwärtige Gesellschaft, inklusive der Kirche, eine gute Portion geistiger Erneuerung dringend bedarf. Jesus hat in allen seinen Lehren die Absicht gehabt, den Menschen größer zu machen als er war, ihn in die unmittelbare Nähe Gottes zu führen. Dabei waren ihm bestimmte Grundhaltungen unentbehrlich. Von solchen Grundhaltungen hörten wir am vergangenen Sonntag bei Jesu Aufforderung, auf das Urteilen zu verzichten. Jesus erweitert die Mahnung im heutigen Evangelium, wenn es um die Kritik geht. Warum aber ist das Urteilen für uns ungesund? „Das Urteilen verschafft uns keine Ruhe. Denn indem wir den andern verurteilen, spüren wir unbewusst ja doch, dass wir auch nicht perfekt sind. So ist der Verzicht auf das Urteilen und Richten ein Weg zum inneren Frieden mit uns selbst. Wir lassen die andern sein, wie sie sind, und können auf diese Weise auch wir selber sein.“ Die Selbstkritik ist für Jesus die beste geschwisterliche Korrektur. Nur wenn wir bei uns selbst richtig sind, können wir bei unseren Mitmenschen sein, sei es nun es nun in der helfenden Kritik oder in der Wertschätzung.

Es ist gut, unsere verbohrten Selbstverständlichkeiten und Einstellungen neu zu [be]denken: Die Frage bringt uns zum Nachdenken: Bringt wirklich jeder guter Baum immer gute Früchte? Was ist mit den besten Frauen und Männern in den Beziehungen, wie sie angepriesen werden, die jedoch im Laufe der Zeit zu Beziehungstyrannen werden? Was ist denn mit Kindern und Jugendlichen aus dem guten Hause, die für sich selbst und für die anderen asozial geworden sind? Kann denn ein guter Baum noch gute Früchte hervorbringen, wenn es vom Himmel Hagel regnet? Wenn eine Hitzewelle alles verdorrt? Wenn eine Überschwemmung alles hinwegrafft? Ich glaube nicht, dass Jesus an solche negativen Umwelteinflüsse gedacht hat. Unbeschadet dieser negativen Realmöglichkeiten bleibt die Perspektive Jesu der Gottesoptimismus. Seine Botschaft ist eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung. Jesus lädt uns zur kritischen Selbstachtung ein. Ihm liegt daran, dass wir die guten Bäume sind, die gute Früchte hervorbringen. Er weiß aber auch, dass dies durchaus möglich ist. Es ist jedoch unverzichtbar, dass wir diese Bäume gut pflegen, die wir selbst sind.

(red)

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