PALMSONNTAG (A): 2026-03-29
KERNBOTSCHAFT: Dass wir stets aus dem Bewusstsein leben, dass wir mit Jesus auf dem Weg sind.
Das Besondere am Palmsonntag erkennen, lieben und vertiefen: Als ich am vergangenen Mittwoch in meinem Arbeitszimmer saß und über den Palmsonntag nachdachte, kehrte ich immer wieder zu der Glaubensüberzeugung zurück: Wir brauchen diesen Jesus! Ich fragte mich: Was ist denn wirklich das Besondere an diesem Palmsonntag? Wir sind mit Jesus auf dem Weg unseres Lebens mitten in allen Widersprüchlichkeiten und Leidenserfahrungen. Wir sind mit Gehässigkeit und Liebe konfrontiert; mit Vorurteilen und Vertrauen; mit Verzweiflung und Hoffnung. Die Ironie kann nicht größer und anschaulicher sein: Viele, die „Hosanna dem Sohne Davids!“ geschrien haben, befanden sich unter denen, die später ganz andere Rufe ausstießen: „Ans Kreuz mit ihm!“ So hat nach dem dritten Lied des Gottesknechtes beim Propheten Jesaja dieser Jesus alle menschlichen Widerwärtigkeiten auf sich genommen. „Jesus ist der, der die Müden, die Gebrochenen, die Kranken, die Sünder aufgerichtet und geheilt hat“ (TD März 2026). Mitten in unserem Zweifel und Unglauben, mitten in unserem Ungehorsam und unserer Glaubensmüdigkeit ist es Jesus, der nach der Heilshymne des Philipperbriefes auf Gott, seinen Vater gehört und stets seinen Willen erfüllt hat. „Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußert sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ Hier ist die Botschaft, auf die wir unser Leben bauen können und dürfen: „Dass Gott mit all unseren Leidenssituationen solidarisch ist“ (TD März 2026). Jesus steht an unserer Seite und hält das Leiden mit uns aus.
Das Kreuz ist der unumkehrbare Weg Gottes zu uns Menschen: Im Psalm 24 wird die Frage gestellt: „Wer ist der König der Herrlichkeit?“ Schwestern und Brüder! Diese Frage ist gerade an diesem Palmsonntag von besonderer Bedeutung für uns. Jesus ist nicht nur der König der Herrlichkeit, sondern gleichzeitig will diese seine Schönheit, diese seine Großartigkeit, in unserem Leben aufleuchten. Die sind uns in unserer Taufe unverlierbar und unauslöschlich verliehen. Deshalb konnte der heilige Irenäus von Lyon zu der unerschütterlichen Überzeugung gelangen: „Homo vivens, Gloria Dei“ – Der lebendige Mensch ist die Herrlichkeit Gottes“. Mit dieser Zuversicht gehen wir in die Karwoche hinein. DU bist die Herrlichkeit Gottes in deiner Lebendigkeit – in deiner Freude, in deiner Hoffnung, in deiner Leidensgeschichte, in deiner Übung der Nächstenliebe. Mitten im unsäglichen Leid dieser Welt bist DU Gottes Herrlichkeit.